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Aus dem Landtag

Statistik-Kuddelmuddel im Agrarbericht

Landwirtin
Alexandra Königer, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
am
10.07.2018

Äußerungen des SPD-Agrarexperten Horst Arnold zu einem starken Rückgang der Nebenerwerbsbetriebe hatten vergangene Woche im Landtag für Wirbel gesorgt.

Zu einem Schlagabtausch kam es erst nach der Debatte: Der SPD-Agrarexperte Horst Arnold hatte vergangene Woche im Landtag den starken Rückgang der Nebenerwerbsbetriebe in Bayern beklagt: Deren Zahl sei von rund 63 000 im Jahr 2014 um fast ein Drittel auf rund 44 000 im Jahr 2016 gesunken. Einen Tag später meldete sich das Ministerium: Die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe sei von 2014 bis 2017 lediglich von 65 418 auf 64 885 gesunken.

Doch auch die von Arnold genannten Daten sind im Agrarbericht zu finden, allerdings bezieht sich die von ihm für 2016 genannte Zahl nur auf Betriebe ab fünf Hektar – in dieser Tabelle sind damit nicht alle Nebenerwerbsbetriebe aufgeführt. Die vom Ministerium genannten Zahlen finden sich in einer Statistik im Anhang des 400 Seiten starken Berichts, die sich aus Daten aller Mehrfachantragsteller, also auch Betrieben unter fünf Hektar, speist.

Seit 2010 werden in der amtlichen Agrarstatistik nur noch Betriebe ab fünf Hektar erfasst, davor lag die Grenze bei zwei Hektar. Im Bericht gibt es Darstellungen mit unterschiedlicher Datenbasis. Der Rückgang der Nebenerwerbsbetriebe ist also nicht so drastisch wie zunächst von Arnold angenommen. Bei der Debatte zum Agrar­bericht äußerte allerdings niemand Zweifel an seinen Zahlen – weder die CSU-Abgeordneten noch Vertreter des Landwirtschaftsministeriums.

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