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Stromtrassen

SuedLink - Vorschlagskorridor und Korridornetz vorgestellt

pd
am
08.03.2017

Bayreuth/Stuttgart - Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW haben gestern den vorläufigen Vorschlagskorridor sowie eine durchgehende Alternative und weitere mögliche Korridorvorschläge für SuedLink veröffentlicht.

Erdkabel

Damit gibt es nun ein Netz an möglichen Korridoren für das Gleichstromprojekt, das TenneT und TransnetBW als Erdkabelverbindung planen. Den Antrag auf Bundesfachplanung werden die Projektpartner am 17. März einreichen. Die Antragsunterlagen werden vorab bereits ab dem 9. März veröffentlicht. Damit wollen die beiden Vorhabenträger für das Gleichstromprojekt die Öffentlichkeit schon vor der Einreichung des Antrags auf Bundesfachplanung über den aktuellen Planungsstand informieren.  

SuedLink soll ab 2025 als Gleichstrom-Erdkabelverbindung die windreichen Regionen Norddeutschlands mit Bayern und Baden-Württemberg verbinden. Sie wird in Wilster und Brunsbüttel beginnen; Endpunkte sind Grafenrheinfeld und Großgartach. Das Projekt ist in insgesamt fünf Teilabschnitte aufgeteilt, für die die Vorhabenträger jeweils die Bundesfachplanung beantragen. Auf den Antrag zum ersten Abschnitt folgen bis Ende April die Anträge für die weiteren Abschnitte. TenneT und TransnetBW werden ab Ende März Planungsstand und weitere Beteiligungsmöglichkeiten auf Bürger-Informationsveranstaltungen vorstellen.  

Nach Einreichung der Anträge wird die Bundesnetzagentur die Unterlagen prüfen und Antragskonferenzen ausrichten, zu denen Träger öffentlicher Belange, Umweltverbände und Landesbehörden eingeladen sind und an denen alle interessierte Bürger teilnehmen können. Am Ende der Bundesfachplanung wird die Behörde einen Trassenkorridor festlegen. Dieser wird Ausgangspunkt für das darauf folgende Planfeststellungsverfahren sein, das über den genauen Verlauf der Verbindung innerhalb des Korridors entscheiden wird.  

Unter www.tennet.eu und www.transnetbw.de finden sich Karten zum vorläufigen Vorschlagskorridor, zur durchgängigen Alternative und weiteren möglichen Korridorverläufen sowie Erläuterungen zu allen Themen rund um die Planung von SuedLink und sukzessive die Termine der Informationsveranstaltungen.      

Thüringen protestiert, Schleswig-Holstein freut sich, Bayern schweigt

Thüringens Umwelt- und Energieministerin Anja Siegesmund hat die vom Netzbetreiber TenneT vorgelegte Vorschlagsvariante für eine neue Stromtrasse durch Thüringen entschieden abgelehnt. Die aktuell veröffentlichten Planungen für den sog. SuedLink würden Thüringen in massiver Weise beeinträchtigen.

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck hat den Vorschlag der Netzbetreiber TenneT und Transnet BW für den Erdkabelkorridor begrüßt. „Der Korridor nahe Brokdorf würde die empfindlichen Marschböden im Süden Schleswig-Holsteins am geringsten belasten und ist für die Region am besten. Deshalb habe ich mich für diese Variante ausgesprochen. Zudem ist sie die kürzeste in Schleswig-Holstein – auch das ist gut“, sagte Energiewendeminister Habeck.

Aus Bayern liegen uns keine Reaktionen von Politikern vor.

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