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Wolfsmanagement

Tierhalter über Wolfskonzept in Niedersachsen enttäuscht

Wolfspaar
Der Wolf breitet sich in Niedersachsen rapide aus. © imago/blickwinkel
von , am
13.10.2017

Hannover - Niedersachsens Weidetierhalter mahnen weiter ein echtes und effektives Wolfsmanagement an. Das jetzt von Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel vorgelegte Wolfskonzept dagegen ist aus Sicht der Weidetierhalter völlig ungeeignet.

Drei Jahre wurde im Arbeitskreis Wolf des Umweltministeriums diskutiert. Erkenntnisse aus der Populationsentwicklung und den daraus resultierenden Übergriffen auf Nutztiere flossen nach Ansicht des Landvolkverbandes leider in das Wolfskonzept nicht ein. Es sei vielmehr ohne abschließende Beteiligung der betroffenen Tierhalterverbände zwischen Bundesumweltministerium und Niedersachsens Ministerpräsident abgestimmt und aus der Schublade gezaubert worden. "Die Weidetierhalter in Niedersachsen sehen sich damit missbraucht und hintergangen", urteilt das Landvolk Niedersachsen und ergänzt: "Die Tierhalter fühlen sich mit ihren Sorgen und Ängsten von der Landesregierung allein gelassen und nicht erst genommen. Sie beurteilen die vollmundige Ankündigung, einzelnen Wolfsrudel „entnehmen“ zu dürfen als Vernebelungstaktik."

Die rasante Vermehrung der Wölfe in Niedersachsen hat inzwischen dazu geführt, dass die Tiere in eng besiedelten Regionen ebenso anzutreffen sind wie auf den traditionell genutzten Grünlandstandorten. Nicht überall ist eine Einzäunung zum Schutz der Tiere möglich. Zudem überwinden die Raubtiere mittlerweile selbst zwei Meter hohe Schutzzäune.

"Die finanziellen Schäden, die Sorge um die Weidetiere, die Tatenlosigkeit der Politik und die rasante Ausbreitung der Wölfe lösen bei den niedersächsischen Weidetierhaltern große Verunsicherung und Enttäuschung aus", so der Landvolkverband.

Um auf die vielen ungelösten Probleme im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Wolfes aufmerksam zu machen, veranstalten Tierhalter in Niedersachsen an jedem zweiten Freitag im Monat Mahn- und Solidarfeuer. Am Freitag, dem 13. Oktober, brennen die Feuer bereits zum sechsten Mal, unter anderem in Kalefeld/Westerhof, Hipstedt/Heinschenwalde, Oetzen/Stöcken, Vechta-Holzhausen und Otterndorf.

Im Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement haben sich zahlreiche Verbände aus der Landwirtschaft und der Tierhaltung zusammengeschlossen. In einer gemeinsamen Petition haben sie ihre Forderungen an die Politik formuliert und veröffentlicht auf www.aktives-wolfsmanagement.de.

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