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Entwurf

Tierwohllabel doch mit drei Stufen

Klöckner Julia
Julia Klöckner kommt mit ihrem staatlichen Tierwohl-Label nur langsam voran. © imago/photothek
Simon Michel-Berger, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt ,
am
11.05.2018

Der Landwirtschaft gehen die offiziellen Pläne unterdessen nicht weit genug.

Das geplante staatliche Tierwohllabel soll nun doch drei statt wie bisher angekündigt zwei Stufen umfassen. Das ist ein Ergebnis eines kurzfristig vom Bundeslandwirtschaftsministerium einberufenen Treffens vergangenen Freitag. Das geplante Label bleibt aber freiwillig. Eine Herkunftskennzeichnung soll aber nicht kommen.

Auch eine Deutschlandfahne, wie sie im Entwurf des Logos, das noch immer auf der Internetseite des Bundesministeriums zu sehen ist, auftaucht, soll es nicht mehr geben. Der Grund: Eine Herkunftsgarantie kann das Label nicht geben.

Agrarministerin Julia Klöckner versprach: „Unsere Kennzeichnung wird klar, wahr und verlässlich sein. Wir werden das Label so attraktiv machen, dass viele Landwirte mitmachen und sich dadurch die Haltungsbedingungen der Nutztiere spürbar verbessern.“

Ein freiwilliges Label bietet der Ministerin zufolge die Möglichkeit, ein Mehr an Tierwohl sichtbarer zu machen und den Verbrauchern eine verlässliche Orientierung zu geben, „wie viel Tierwohl in den Produkten steckt“. Dabei würden diejenigen nicht diskriminiert, die sich zwar gesetzeskonform verhielten, aber lediglich die vorgeschriebenen Mindeststandards bei der Tierhaltung einhielten.

Großen finanziellen Spielraum hat Klöckner beim neuen Tierwohllabel jedoch nicht. Der vergangene Woche vom Bundeskabinett beschlossene Haushaltsentwurf 2018 sieht lediglich 7 Mio. € für die Einführung der Kennzeichnung vor.

Eckpunkte

Konkret solle das Label folgende Eckpunkte enthalten:

  • Eingangsstufe eindeutig über dem gesetzlichen Standard („Initiative Tierwohl PLUS“)
  • Freiwillige Teilnahme an der Kennzeichnung, aber verbindliche Einhaltung der Kriterien.
  • Umfassende Einbindung aller Vermarktungswege für Fleisch und Fleisch­erzeugnisse (Verarbeitungsprodukte).
  • Breite Beteiligung der ganzen Kette (u. a. Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk und Verarbeiter), damit Sicherstellung eines hohen Maßes an Wertschöpfung.
  • Mitnahme einer großen Anzahl von Landwirten, die mehr für das Tierwohl tun wollen und insbesondere derjenigen, die bereits in der Brancheninitiative Tierwohl engagiert sind.
  • Staatliche Förderung zur Erreichung dieser Ziele (u. a. Stallumbau, Verbraucher-Werbekampagne)
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