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Agrarpaket

Tierwohllabel: ISN fehlt das Gesamtkonzept

Tierwohl Klöckner
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
09.09.2019

Ohne der Beantwortung entscheidender Fragen hält die ISN den Beschluss der Bundesregierung für ein Spektakel ohne Wirkung.

Nach Ansicht der Interessengemeinschaft der Schweinhalter Deutschlands e. V. handelt es sich beim Tierwohllabel des Landwirtschaftsministeriums nach wie vor um Stückwerk. Zu einem Gesamtkonzept würden nämlich mehr als Kriterien, Nutzungsrechte und Prüfsystematik zählen. Wenn ein solches Label von den Schweinehaltern angenommen werden soll, dann müsse die Bundesregierung erst einmal noch entscheidende Fragen klären. Dazu zählt der Zusammenschluss:

  • Wie sollen die Schweinehalter vor dem Hintergrund sich auftürmender genehmigungsrechtlichen Hürden und Zielkonflikte die Kriterien überhaupt umsetzen? Beispielhaft sei hier der Zugang zum Außenklima genannt.
  • Wie sollen den Schweinehaltern die erheblichen Mehrkosten verlässlich ausgeglichen werden?

Ohne die Beantwortung dieser Fragen bleibe der Beschluss ein Spektakel ohne Wirkung, so die ISN. Ohnehin könne ein freiwilliges staatliches Label nur ein erster Schritt zu einer verpflichtenden Haltungs- und Herkunftskennzeichnung sein. Dann das sei das Beste für Erzeuger und Verbraucher.

Am Ende brauche es einen Gesellschaftsvertrag auf höchster politischer Ebene. In dem müsse ein klares Gesamtkonzept für die Tierhaltung erkennbar sein, wie es in der Vergangenheit immer wieder gefordert wurde Schade, so die ISN abschließend, dass ein Kuhhandel innerhalb der Bundesregierung mehr zähle als die Meinung der Praktiker.

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