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DBV-Studie

Umwelt- und Tierschutzauflagen kosten 367 €/ha

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Karola Meeder, Wochenblatt
am
19.10.2017

Berlin - Rund 367 €/ha zahlt ein durchschnittlicher Haupterwerbsbetrieb in Deutschland für Umwelt- und Tierschutzuauflagen, das ergab eine Studie, die vom Deutschen Bauernverband in Auftrag gegeben wurde.

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), präsentierte in Brüssel eine Studie, in der die Kosten europäischer Umweltstandards und zusätzlicher Auflagen für die deutsche Landwirtschaft erhoben wurden. "Wir müssen festhalten, dass diese Standards im Vergleich zu anderen Erzeugungsregionen zu höheren Aufwendungen in der Landwirtschaft führen. Dafür muss die Gemeinsame Agrarpolitik auch zukünftig eine Antwort finden", betonte Rukwied.

Mehrkosten und Mindererlöse von 5,2 Mrd. Euro

Feldarbeit

Die Studie beziffert den wirtschaftlichen Gegenwert europäischer und nationaler Auflagen mit mehr als 5,2 Mrd. Euro. Analysiert wurden die Mehrkosten wie auch Mindererlöse für die deutschen Landwirte, die im Vergleich zu ihren Wettbewerbern in Drittländern ohne vergleichbare Auflagen durch europäische und deutsche Umweltstandards sowie Anforderungen in den Bereichen Gewässerschutz, Düngung, Pflanzenschutz, Tierhaltung, Cross Compliance, Greening und Emissionsschutz entstehen. Dies bedeutet für einen durchschnittlichen Haupterwerbsbetrieb in Deutschland eine Kostendifferenz von 367 Euro/ha, um die europäischen und deutschen Umwelt- sowie Tierschutzauflagen zu erfüllen, oder jährlich knapp 28.000 Euro. Juristische Personen wie landwirtschaftliche Genossenschaften müssen laut DBV durchschnittlich rund 400.000 Euro im Jahr oder 356 Euro/ha aufwenden.

EU-Agrarpolitik muss Mehrkosten berücksichtigen

"Die Leistungen der Landwirtschaft für Umwelt-, Natur- und Tierschutz werden in der agrarpolitischen Diskussion häufig hinterfragt sowie mit dem Hinweis auf den Grundsatz öffentliches Geld für öffentliche Leistungen verbunden. Allerdings wird dabei oft übersehen, dass höhere Standards in offenen globalisierten Märkten auch einen wirtschaftlichen Wert haben. Wir Landwirte stehen ohne Wenn und Aber zu den hohen nationalen wie auch europäischen Standards für Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung. Das gilt für den Umwelt-, Klima- und Tierschutz, aber auch für andere Bereiche", so Rukwied. Die Gemeinsame EU-Agrarpolitik müsse die daraus resultierenden Kosten aber auch künftig berücksichtigen.

Die vom DBV initiierte Studie "Kosten europäischer Umweltstandards und von zusätzlichen Auflagen in der deutschen Landwirtschaft" wurde von Helmut Karl von der Ruhr-Universität Bochum und Steffen Noleppa vom Forschungsinstitut HFFA Research erstellt. Sie ist unter www.bauernverband.de/studie-kosten-landwirtschaft online abrufbar.

Mit Material von aiz
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