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EU-Mitgliedsländer

Verbot von drei weiteren Neonicotinoiden

Biene
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
27.04.2018

Die EU-Mitgliedstaaten haben heute dem Vorschlag der Europäischen Kommission zugestimmt, den Einsatz von drei Neonicotinoiden im Freiland zu verbieten.

Auch die deutsche Bundesregierung sprach sich für den Vorschlag aus. Betroffen sind die Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam.

Entsprechend den Interessengruppen fielen die Reaktionen auf die Entscheidung ganz unterschiedlich aus.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwieder klärte dazu, dass für den Verband der Maßstab für eine Zulassung von Pflanzenschutzmitteln eine fundierte wissenschaftliche Bewertung sei. "Wenn wir jetzt eine effektive Wirkstoffgruppe verlieren, um unsere Pflanzen vor Schädlingen zu schützen, ist es eine echte Herausforderung, Alternativen zu entwickeln und neue Produkte schnell zur Zulassung zu bringen." Um Qualität und Erträge abzusichern, bräuchten die Landwirte Pflanzenschutzmittel. Ohne die gehe es nicht, weder in der ökologischen noch in der konventionellen Landwirtschaft.

Bayer sprach von einem traurigen Tag für Landwirte und einem schlechten Deal für Europa. Das Verbot würde weder den Bienen noch anderen Bestäubern nutzen.

Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft beim Umweltinstitut München hält das heute beschlossene Freilandverbot für drei Neonicotinoide hingegen für eine gute Nachricht für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge“ und verlanfgt weitere Schritte. Sich auf dem Verbot jetzt ausruhen, sewi der falsche Weg. Es müsse noch sehr viel mehr getan werden, um das Insektensterben zu stoppen.

Das sei ein erster, längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Und es sei gut, dass die neue Landwirtschaftsministerin Klöckner die Hängepartie ihres Amtsvorgängers mit einem klaren Votum für das Verbot beendet habe“, kommentierte Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE die heutige Abstimmung des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel der EU (ScoPAFF) über ein Freilandverbot.

Auch die Bundestagsfraktion der CDU/CSU sieht in dem Verbot von Neonikotinoiden einen wichtigen Schritt für Insektenschutz.

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