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Kennzeichnung von Lebensmitteln

Verlässliche Kennzeichnung für vegetarische und vegane Produkte

Rohkost
pd
am
16.12.2016

Berlin - In einem gemeinsamen Antrag mit der CDU/CSU fordert die SPD-Bundestagsfraktion eine einheitliche, EU-weite Definition der Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ für Lebensmittel. Um auch kurzfristig Verlässlichkeit für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Hersteller zu schaffen sollte die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission einen Leitsatz für vegane und vegetarische Produkte erarbeiten.

„Immer mehr Menschen greifen zu vegetarischen und veganen Fertigprodukten. Wir wollen, dass sie sich darauf verlassen können, dass auch die in diesen Produkten verwendeten Zusatzstoffe, Aromen oder Verarbeitungshilfsstoffe vegan oder vegetarisch sind. Bisher gibt es keine einheitlichen verbindlichen Regeln für die Verwendung der Begriffe ‚vegan‘ und ‚vegetarisch‘. Das wollen wir ändern. Bundesernährungsminister Schmidt fordern wir deshalb auf, sich auf EU-Ebene für eine solche Definition einzusetzen.

Das von der Bundesregierung finanziell unterstützte Internetportal Lebensmittelklarheit.de hilft dabei, Missverständnisse und verwirrende Bezeichnungen frühzeitig zu ermitteln. Die Koalitionsfraktionen haben gemeinsam beschlossen, dass das Portal genutzt werden soll, um das gesamte Lebensmittelangebot zu beobachten. Wo Produktbezeichnungen oder Produktzusammensetzungen den Verbrauchererwartungen nicht entsprechen, soll die Deutsche Lebensmittelbuchkommission (DLMBK) tätig werden.“

Eine ähnliche Forderung hatte auch bereits der Deutsche Bauernverband gestellt, jedoch aus einem anderen Blickwinkel wie die SPD. Ihm ging es vor allem um eine missbräuchliche Verwendung von Bezeichnungen. So stört es den Verband, dass einige Hersteller von vegetarischen oder veganen Lebensmittel mit Bezeichnungen für Fleischprodukte werben. So stehe beispielsweise die Bezeichnung ‚Schinken‘ für ein hochwertiges und echtes Fleischprodukt. "Es kann nicht sein, dass sich ein aus den unterschiedlichsten Ersatzmaterialien, Aromen und Geschmacksverstärkern zusammengesetztes Produkt ebenso nennen darf“, betonte DBV-Vizepräsident Werner Hilse.

Der DBV forderte deshalb auf nationaler wie europäischer Ebene, dass Imitate von Fleisch und Wurstwaren nicht unter der Aufmachung und Bezeichnung der echten Lebensmittel vermarktet werden dürfen. Bezeichnungen wie „veganer Schinken“ oder „veganes Schnitzel“ sind nach Ansicht des DBV irreführend und verbrauchertäuschend, da tierische Bestandteile nicht in Produkten enthalten sein dürfen, die als vegetarisch oder vegan bezeichnet werden. Der Verbraucher- und Qualitätsschutz erfordere unterschiedliche Bezeichnungen, die auch die Wünsche derjenigen Verbraucher berücksichtige, die kein Fleischprodukt verzehren wollen.

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