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Klimawandel

Versicherung statt Direktzahlung?

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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
22.12.2016

München - Der Klimawandel bringt viele Herausforderungen für die Landwirtschaft mit sich. Wo ohnehin bereits wenig Regen fällt, gibt es noch weniger Regen. Wo es schon warm ist, wird es noch wärmer.

Simon Michel-Berger

Und wo eigentlich genug Wasser vom Himmel fällt, öffnet der Himmel seine Schleusen künftig noch öfter bis zum Anschlag. Das sind, zugegeben, grobe Vereinfachungen, aber sie zeigen den Weg, den das Wetter in Zukunft gehen wird: Immer weniger Mittelmaß und immer größere Schwankungen.

Auch die Politik reagiert darauf. So will Bayern ab dem kommenden Jahr keine Schäden mehr ersetzen, die in Gebieten entstanden sind, wo eine Elementarschadensversicherung möglich wäre. Das gilt sowohl für die Eigenheime, die etwa im 50-jährigen Hochwassergebiet liegen, als auch für Kulturpflanzen, die beim lokal begrenzten Hochwasser untergehen. Was heißt das für die Bauern? Zum einen natürlich, nach den Regeln der guten fachlichen Praxis ihren Betrieb zu bewirtschaften und beispielsweise auf konservierende Bodenbearbeitung und vielfältige Fruchtfolgen zu achten. Doch das allein reicht nicht. Bei den starken Regenfällen, wie sie diesen Sommer über Niederbayern hereinbrachen, hätte es auch nichts genützt, wenn ganze Landkreise vollständig aus Grünland bestanden hätten.

Deswegen müssen die Bauern auch über politische Absicherungen nachdenken. Die Versicherungswirtschaft bietet hier seit Jahren den Tausch an: Gebt uns von Euren EU-Agrargeldern und wir geben Euch (günstige) Elementarschadensversicherungen. Ob das, angesichts des Rückzugs des Staates aus dem Begleichen von Katastrophenschäden ein fairer Tausch ist, will gut überlegt sein. Denn die Direktzahlungen hat man immer, die Versicherung nützt nur im Schadensfall. Tatsache ist aber: Die Überlegungen auf EU-Ebene gehen momentan in genau diese Richtung.

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