Login
Seuchen

Vogelgrippe - Brunner wendet sich an Hogan

pd
am
13.02.2017

München - In einem Brief an EU-Agrarkommissar Phil Hogan bittet Brunner den Agrarkommissar darum, die zwölf-Wochen-Frist zu verlängern.

Helmut Brunner

Die Übergangsfrist von zwölf-Wochen, in der Freilandhalter ihre Eier trotz Aufstallung noch als Freilandeier vermarkten konnten, läuft ab. Bayerns Landwirtschaftsminister, Helmut Brunner, hat sich deshalb vergangenen Freitag in einem Brief an EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogen gewandt. Im Folgenden das Schreiben.


"Sehr geehrter Herr Kommissar,
viele europäische Staaten sind mittlerweile von Ausbrüchen der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) betroffen. Dies hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohl der Tiere, die Wirtschaftlichkeit der Nutzgeflügelhaltung und den Handel. Das Seuchengeschehen stellt sowohl in räumlichem und zeitlichem Ausmaß, als auch in seiner Intensität ein außergewöhnliches Ereignis dar, das mit bisherigen HPAI-Ausbrüchen nicht vergleichbar ist.
Ein wesentlicher Bestandteil der Seuchenbekämpfung ist die Verhinderung des Eintrags aus der Wildgeflügelpopulation in Nutzgeflügelbestände. Um dies effektiv umzusetzen, muss das Geflügel aufgestallt werden. Dies hat gravierende Auswirkungen auf den Markt. So dürfen Eier nach der Verordnung (EG) Nr. 589/2008 Anhang II Nummer 1 Buchstabe a) im Falle von veterinärrechtlichen Beschränkungen in keinem Fall länger als zwölf Wochen weiter als „Eier aus Freilandhaltung“ vermarktet werden. Nach Ablauf der Frist müssen die Eier als „Eier aus Bodenhaltung“ deklariert werden. Dies ist mit enormen wirtschaftlichen Einbußen verbunden. Es entsteht in kürzester Zeit ein massives Überangebot an Bodenhaltungseiern und eine drastische Verknappung an Freilandeiern. Das führt zu erheblichen Marktstörungen.
Die Betriebe sind unverschuldet in diese Situation gekommen! Ich darf Sie daher bitten, die 12- Wochen-Frist zu verlängern.
Andernfalls erachte ich eine finanzielle Unterstützung der Betriebe seitens der Europäischen Union für unerlässlich. So sehen die Artikel 219 ff VO (EU) Nr. 1308/2013 außergewöhnliche Maßnahmen für derartige Fälle ausdrücklich vor. Die Unterstützung ist dringlich, da die 12-Wochen-Frist in vielen Fällen schon abgelaufen ist bzw. demnächst ablaufen wird."

Auch interessant