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Ökolandbau

Volksbegehren - Staatsregierung schraubt an der Umsetzung

Freilandschwein
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
31.07.2019

Mit dem Landesprogramm „BioRegio 2030“ strebt der Freistatt 30 % Biolandbau bis 2030 an. Der Schwerpunkt liegt in der Vermarktung.

Bayern will den Anteil der ökologischen Landwirtschaft in den kommenden zehn Jahren kräftig ausbauen. Das hat der Ministerrat in seiner gestrigen Sitzung bekräftigt. Bis 2030 soll der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche auf 30 Prozent steigen. Das bedeutet eine Verdreifachung. Dieses ehrgeizige Ziel, das sich Bayern mit der Annahme des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ gesetzt hat, soll über mehrere Maßnahmen erreicht werden.

Das neue Landesprogramm „BioRegio 2030“, das nun auf die „BioRegio Bayern 2020“ folgt, legt den Schwerpunkt vor allem auf die  Weiterentwicklung des Markts. Nachfrage und Absatz heimischer Öko-Produkte soll kräftig gesteigert werden. Damit soll sichergestellt werden, dass es nicht zu einem Preisverfall oder zu Verwerfungen auf den Märkten für bayerische Bio-Lebensmittel kommt.

    Staatliche Kantinen als Pioniermärkte

    Um diese Ziele zu erreichen, setzt das neue Programm folgende Schwerpunkte:

    • Das Bayerische Biosiegel soll noch stärker auf dem Markt etabliert und beim Verbraucher bekannt gemacht werden. An ihm erkennt der Verbraucher Öko-Produkte mit garantiert bayerischer Herkunft.
    • Um den Markt besser zu analysieren und neue Marktpartner zu verbinden, wird ein neues Öko-Board geschaffen. Damit soll der Austausch zwischen allen Akteuren auf dem Öko-Markt beschleunigt werden.
    • Die Ökomodellregionen werden ausgebaut und weitere regionale Initiativen unterstützt. So soll das Engagement aller Beteiligten und das Bewusstsein der Bürger in den einzelnen Regionen für die Öko-Produktion gefördert werden.
    • Als zentrale Pioniermärkte für die Verwendung von Öko-Produkten aus Bayern werden die staatlichen Kantinen dienen. Dort wird ein Anteil von 50 Prozent an regionalen und Bio-Lebensmitteln angestrebt. Außerdem soll auch die sonstige Außer-Haus-Verpflegung künftig verstärkt auf Bio setzen.
    • Weitere Staatsgüter sollen als Vorbild und Musterlandwirtschaft in Sachen Öko-Landbau ausgebaut werden.
    • Die erfolgreichen Bio-Erlebnistage sollen auch künftig der Bevölkerung den Mehrwert der Öko-Lebensmittel näherbringen.
    • Die Forschung wird zu Fragestellungen des Öko-Landbaus noch stärker auf die Praxis ausgerichtet. So soll ein Praxis-Forschungsbetriebsnetz aufgebaut werden, um Forschung, Praxis und Wissenstransfer enger zu verknüpfen.
    • Der ökologische Landbau sowie die Verarbeitung von Öko‑Lebensmitteln soll in allen Bereichen der schulischen und beruflichen Ausbildung – in den sogenannten Grünen Berufen ebenso wie im Lebensmittelhandwerk und der ganzen Ernährungsbranche – fest etabliert werden. Damit soll der heranwachsenden Generation das notwendige Wissen über die Öko-Produktion vermittelt werden.
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