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Standfest

Vorsicht Glatteis

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
02.02.2017

München - Ganz schön ins Schwitzen hat uns das Wetter diese Woche am Montag Abend und Dienstag gebracht. Nein, die Temperaturen sind nicht so weit angestiegen, im Gegenteil, die waren noch unter Null. Und es hat dazu geregnet. Wer unter solchen Bedingungen aus dem Haus musste, der kam eben ins Schwitzen, um bei dem Glatteis nicht ins Rutschen zu kommen, und zwar egal, ob er zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs war. Mit dem Schlepper mag es vielleicht etwas leichter gewesen sein.

Sepp Kellerer

Aber egal, die Situation, die wir diese Woche draußen erlebt haben, die erleben wir im Umfeld der Landwirtschaft schon eine ganze Weile. Da herrscht auch ein großes Schlittern und Schleudern und Rutschen. Und man darf durchaus gespannt sein, wo die einzelnen Akteure nach der Rutschpartie landen. Dass es zum staatlichen Tierwohllabel nur Ankündigungen gibt, das haben wir schon erwähnt. Daneben legt der Tierschutzbund neue Tierschutzlabel auf und findet Partner im Lebensmittelhandel. Ob sich da dann die Initiative Tierwohl noch auf den Beinen halten kann, ist ihr zwar aufrichtig zu wünschen, aber durchaus fraglich. Sicher aber ist, dass der Verbraucher da vollkommen ins Schleudern gerät. Man kann es ihm nicht verdenken, wenn er sich dann wieder auf das Naheliegendste besinnt, und das ist der eigene Geldbeutel.

Da gibt es eine Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft, die plötzlich voll um die Kurve driftet und dabei ihre bisherigen Eckpunkte von Bord gleiten lässt. Und es gibt einen Landtechnikhersteller Michael Horsch, der für seine ebenso leistungsfähigen wie groß dimensionierten Maschinen bekannt ist und jetzt auf einmal bekennt, er habe technische Monster geschaffen und dabei Grenzen überschritten. Man darf mal gespannt sein, ob es ihm gelingt, auf solch einem glatten Parkett nicht auszurutschen.

Und Sie, liebe Leser, haben Sie noch festen Boden unter den Füßen? Sehen Sie noch den trockenen, eisfreien oder zumindest sicher gestreuten Weg? Wie wäre es mit folgendem Ansatz: Es geht um eine Weiterentwicklung der Betriebe, die sowohl quantitativ als auch qualitativ erfolgen kann. Das Ziel dabei ist, die Wertschöpfung zu erhöhen und die Lebensqualität zu verbessern. So formuliert es der Bayerische Bauernverband, und zwar nicht erst seit gestern. An so einer Strategie kann man sich gut entlanghangeln, auch wenn mal wieder irgendwer meint, für politisches Glatteis sorgen zu müssen.

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