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Wahlprogramm: Grüne wollen Massentierhaltung abschaffen

Eckardt  und Özdemir
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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
22.06.2017

Berlin - Die Landwirtschaft bleibt eines der wichtigsten Themen der Grünen im Bundestagswahlkampf. Das geht aus dem am Sonntag beschlossenen Wahlprogramm der Partei hervor. Von insgesamt 24 Zielen haben sechs starken Bezug zur Landwirtschaft.

So nehmen sich die Grünen unter anderem vor, Gewässer und Böden vor Gift zu schützen und die Artenvielfalt zu bewahren. Dazu sollen der Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz in der Landwirtschaft möglichst schnell eingeschränkt, aber auch der Flächenfraß gestoppt werden. Ausgleichsregelungen sollen den größtmöglichen Nutzen für Natur und Naturschutz finanzieren.

Die „industrielle Massentierhaltung“ will die Partei in den nächsten 20 Jahren beenden – ohne zu definieren, was genau sich dahinter verbirgt. Gleichzeitig soll die Versorgung mit gesunden und bezahlbaren Lebensmitteln gesichert werden. Die Grünen setzen dabei vor allem auf den Ökolandbau, den sie mit einer Milliarde € in den nächsten sieben Jahren unterstützen wollen. Zudem sollen EU-Agrargelder umgeschichtet werden und vor allem kleineren Betrieben zugute kommen. Dauerhaft verboten werden soll der Einsatz von Glyphosat und Neonikotinoiden, außerdem soll eine „Pestizidabgabe“ eingeführt werden.

Im Zuge des Klimaschutzes soll die Landwirtschaft „umwelt- und klimaverträglich“ gemacht werden. Details dazu werden nicht vorgestellt, allerdings legen die Grünen nahe, den Ausstoß von Treibhausgasen der Agrarbranche senken zu wollen.

Abgeschafft werden sollen außerdem „umweltschädliche Subventionen“, auch im Agrarbereich. Wo genau diese liegen, wird nicht gesagt.

Bei den Erneuerbaren Energien wollen die Grünen die Obergrenze für den Ausbau abschaffen. Bis 2030 soll Deutschland 100 % seines Stroms aus ökologischen Quellen beziehen. Bis 2050 soll die Energieversorgung auch für Wärme, Verkehr und Industrie aus Erneuerbaren Quellen stammen.

Für alle Fleischprodukte fordern die Grünen zudem eine Kennzeichnung der Haltung, analog zu der bestehenden Regelung bei Eiern. Diese soll auch für verarbeitete Fleischprodukte gelten.

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