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Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP)

Aus weniger das Beste machen

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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
08.12.2016

München - Der Blick auf die Zahlen schockt zunächst: Die maximale Höhe der einzelbetrieblichen Agrarinvestitionsförderung in Bayern soll von derzeit 300 000 Euro auf 120 000 Euro sinken. Zwar ist das noch nicht ganz in Stein gemeißelt, weil der Haushalt noch im Landtag beschlossen werden muss und die Beratungen zum Nachtragshaushalt eine Chance für Nachbesserung bieten. Aber an den Eckpunkten wird sich nichts ändern.

Simon Michel-Berger

Der Blick auf die Zahlen schockt zunächst: Die maximale Höhe der einzelbetrieblichen Agrarinvestitionsförderung in Bayern soll von derzeit 300 000 Euro auf 120 000 Euro sinken. Zwar ist das noch nicht ganz in Stein gemeißelt, weil der Haushalt noch im Landtag beschlossen werden muss und die Beratungen zum Nachtragshaushalt eine Chance für Nachbesserung bieten. Aber an den Eckpunkten wird sich nichts ändern.

Allerhand, könnte man jetzt sagen, beim Kulap wird ausgeweitet und beim ebenfalls in den vergangenen Jahren beliebten Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) wird gespart. Aber klar ist auch: Irgendwo muss das Geld herkommen. Wenn die Staatsregierung weniger Mittel zur Verfügung stellt, muss das Landwirtschaftsministerium entscheiden, ob es lieber weniger Betriebe stärker oder viele Betriebe schwächer fördern will.

Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein, wo ein grünes Landwirtschaftsministerium sich das Tierwohl besonders groß auf die Fahnen geschrieben hat wurden in den Jahren 2015/16 nur 15 Betriebe nach dem dortigen AFP gefördert. In Bayern waren es im gleichen Zeitraum 942, mehr als 60-mal so viel. Natürlich gibt es in Bayern auch mehr Betriebe – aber eben nur siebenmal, nicht 60-mal so viele.

Zwei Dinge sollten bayerische Betriebsleiter jetzt tun. Erstens: Wer seinen Förderantrag noch nach aktuellem Stand bewilligt bekommen und die Option noch nicht gezogen hat, sollte sich das gut überlegen: So viel Förderung wird es nicht mehr geben.

Zweitens: Wer künftig Förderung will, um von Anbindehaltung auf Laufstall umzusteigen oder einen Laufhof zu bauen, sollte sich die neue Option im Sonderprogramm Landwirtschaft genau anschauen: Hier gibt es künftig (in bescheidenem Ausmaß) sogar etwas mehr Fördermittel –, aber nur für kleine Betriebe.

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