Login
NEC-Richtlinie

Weniger scharf als zunächst befürchtet?

pd
am
18.12.2015

Brüssel - Die Umweltminister der Europäischen Union könnten die Ziele der EU-Kommission zur Verringerung des Ammoniakausstoßes in der Landwirtschaft deutlich abschwächen.

© Tony Hegewald / pixelio.de

Bei Redaktionsschluss des Wochenblattes am Mittwoch war der Stand, dass der Umweltministerrat über ein EU-weites Reduktionsziel von 18 % bis 2030 berät, während die Kommission bekanntlich ein Minus von 27 % gegenüber 2005 vorschlägt. Deutschland müsste dann Verringerungen um 30 % schaffen, nicht um 39 %, wie es die Kommission vorsieht. Auch weitere Länder würden entlastet: Für Frankreich sind Kürzungen um 13 % statt 29 % vorgesehen, für Dänemark um 24 % statt 37 %. Die Methanemissionen wollen die Mitgliedstaaten ganz außen vor lassen. Sollten die Umweltminister sich darauf einigen, könnten Anfang nächsten Jahres die Verhandlungen mit dem Europaparlament starten. Das Hohe Haus befürwortet bei Ammoniak die Vorgaben der Kommission und will zumindest den Methanausstoß von Gülle und Festmist berücksichtigt wissen.
Eine aktive Rolle von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in der Auseinandersetzung um die Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe (NEC-Richtlinie) hat indessen die Europaabgeordnete der Freien Wähler, Ulrike Müller, gefordert. Schmidt müsse sich umgehend an die EU-Kommission wenden und die Position der Bundesregierung darlegen, so Müller in einem Schreiben an den Minister.
Die Abgeordnete bedauert, dass sich der Landwirtschaftsausschuss des Parlaments nicht mit seiner Forderung habe durchsetzen können, die Reduktionsverpflichtungen bei Ammoniak einzuschränken und für Methan ganz zu streichen.

Auch interessant