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Düngeverordnung

Wichtige Punkte noch nicht geklärt

Düngung Grünland
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
07.06.2019

Nach dem medienwirksamen "Düngegespräch" Berlin, gibt es auf drängende Fragen der Praxis immer noch keine Antworten.

Auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sind gestern in Berlin Vertreter aus Politik und verbänden zusammengekommen, um über die geplante Verschärfung der Düngeverordnung zu diskutieren. Anschließend zeigten sich beiden Staatssekretäre des Bundeslandwirtschafts- und des Bundesumweltministeriums, Dr. Hermann Onko Aeikens und Jochen Flasbarth zuversichtliche, dass man kurzfristig die noch verbliebenen offenen Punkte klären werde. Eine Beteiligung des Bundeskanzleramts werde dafür aller Voraussicht nicht benötigt. Demnach werde die Bundesregierung noch im Juni ihre Vorschläge in Brüssel vorlegen.

Was es noch zu klären gilt

Die offenen Punkte beziehen sich auf die Ausnahmen von der für die roten Gebiete vorgesehenen Verringerung der Düngung um 20 % gegenüber dem Pflanzenbedarf. Das Umweltressort hat vorgeschlagen, dass Betriebe, die ausschließlich organischen Stickstoff und davon im Durchschnitt ihrer Flächen nicht mehr als 170 kg pro Hektar düngen, von der 20 %-Vorgabe ausgenommen werden sollen. Davon würden vornehmlich Ökobetriebe profitieren. Für Betriebe, die organischen und mineralischen Stickstoff düngen, soll die Grenze hingegen bei 140 kg Stickstoff je Hektar liegen.

Ebenfalls noch offen ist die Frage nach den Ausnahmen vom Verbot der Herbstdüngung: Das Bundeslandwirtschaftsministerium will eine Düngung von Winterraps zulassen, wenn laut Nmin-Probe weniger als 45 kg Stickstoff pro Hektar pflanzenverfügbar sind. Das soll dem Agrarressorts zufolge auch für die Düngung von Zwischenfrüchte gelten.

Was schon feststeht ist, dass der 20 %-Abschlag nicht, wie ursprünglich vorgeschlagen, schlagbezogen vorgeschrieben, sondern im Durchschnitt der Flächen des Betriebes gelten soll. Einig ist man sich außerdem darin, dass Dauergrünland von der 20 %-Regelung ausgenommen werden soll.

Mit Material von AgE
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