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Öffentliche Ausschreibungen

Wirtschaft verägert über Ungleichbehandlung des Baustoffes Holz

Bauholz
pd
am
24.10.2017

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat hat die anhaltende Ungleichbehandlung des Baustoffes Holz gegenüber anderen Baumaterialien in öffentlichen Ausschreibungen kritisiert.

Am 6. Oktober 2017 wurde der „Gemeinsamen Leitfaden“ zum Beschaffen von Holzprodukte der vier Bundesministerien für Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt veröffentlicht.

Mit dem „Gemeinsamen Leitfaden“ zur Beschaffung von Holzprodukten folgt die Bundesregierung einerseits den Forderungen des Deutsche Holzwirtschaftsrates e. V. (DHWR) nach einer Konkretisierung der Vorgaben für Ausschreibungen der öffentlichen Hand sowie nach Bürokratieabbau. Andererseits zementiert der weiterhin bestehende Erlass jedoch die Ungleichbehandlung von Holz und Holzprodukten in der öffentlichen Beschaffung. Der wichtigste nachwachsende Rohstoff des Landes ist der einzige Bau- und Werkstoff, der derart mit strengen Umwelt- und Sozialstandards belegt wird.

Das in Deutschland geerntete Holz wird überwiegend im Bausektor eingesetzt. „Warum die Bundesregierung mit dem Beschaffungserlass Holz weiterhin darauf verzichtet, einen klaren Impuls für Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung zu setzen, ist für uns nicht nachvollziehbar“, so Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer des DHWR.

Zwar wurde die Nachweisführung durch die Klarstellung effizienter gestaltet und auch eine Bagatellgrenze bei Beschaffungen unter 2.000 Euro eingeführt. Die Mehrkosten für die Zertifizierung bzw. Nachweisführung können dennoch je nach Auftragswert bis zu zehn Prozent des Auftragsvolumens ausmachen. „Für einen fairen Wettbewerb sollten, wenn schon, dann alle Produkte gleichermaßen mit Umwelt und Sozialstandards in der öffentlichen Beschaffung belegt werden“, so Ohnesorge.

Beschaffungserlass im Gemeinsamen Ministerialblatt

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