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Umweltministerkonferenz

Wolf ist das bestimmende Thema

Wolfsrudel
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
05.05.2017

Bad Saarow - Ein zentrales Thema der Umweltministerkonferenz (UMK) vom 03.05. bis 05.05.2017 war der Umgang mit geschützen Arten, allen voran Wolf und Biber.

Die Wolfspopulation in Deutschland verzeichnet einen deutlichen Zuwachs. Dieser Trend wird sich fortsetzen, auch wenn der Wolf noch nicht in allen Regionen Deutschlands angekommen ist.

Länderarbeitgruppe einberufen

Das Bundesumweltministerium war auf der letzten Umweltministerkonferenz aufgefordert worden, einen Bericht zum Erhaltungszustand der Art Wolf vorzulegen. Er bildete die Basis für die Diskussion auf der aktuellen Konferenz. Aus ihm geht hervor, dass der gute Erhaltungszustand der Art Wolf in Deutschland noch nicht erreicht ist. Ansonsten viel der Bericht dünn aus. Er ließ viele Fragen offen. "Dennoch brauchen wir schnellstmöglich klare Vorgaben zum Umgang und zum weiteren Verfahren mit dem Wolf. Dazu zählen vor allem Fragen zum Umgang mit Problemwölfen, des zukünftigen Managements sowie der Schadensregulierung. Das ist für mich absolute Chefsache", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till-Backhaus zur aktuellen Situation. Deshalb haben die Ländern als ersten Schritt sich heute auf die Einberufung einer länderoffenen Ad hoc-Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene geeinigt.

Kritik durch Verbände im Umfeld der Konferenz

„Die Umweltminister von Bund und Ländern müssen sich der flächendeckenden Ausbreitung des Wolfes in Deutschland endlich ernsthafter widmen und Entscheidungen treffen. Wenn die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden und Gehegewild nicht wirksamer geschützt wird, ist das Ende dieser Haltungsform von Nutztieren eingeleitet.“ Dies erklärte das Präsidiumsmitglied des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Bauernpräsident Brandenburgs, Hendrik Wendorff, heute bei der Übergabe einer Erklärung der Weidetierhalter an die Umweltminister von Bund und Ländern auf deren Konferenz im brandenburgischen Bad Saarow. Begleitet wurde Wendorff vom Bauernpräsidenten aus Sachsen-Anhalt, Olaf Feuerborn, vom Vorsitzenden der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL), Jürgen Lückhoff, und Bauern aus der Region sowie aus den umliegenden Bundesländern.

Die Erklärung der sechs Verbände mit Weidetierhaltern wurde vor Beginn der Ministerratssitzung dem Staatssekretär des Bundesumweltministeriums, Jochen Flasbarth, und den Umweltministern aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, Till Backhaus und Jörg Vogelsänger, übergeben. Am Vorabend hatten die Bauern in der Nähe der Tagungsstätte der Minister eine Mahnwache mit Mahnfeuer durchgeführt.

Die Weidetierhalter fordern volle Transparenz über die Zahl der Wölfe in Deutschland und ein wirksames Wolfsmanagement. Weite Teile Deutschlands wie die Berg- und Küstenregionen und die Grünland- und Naturschutzgebiete könnten nicht wolfssicher eingezäunt werden. Als ein Beispiel wurde eine Grünlandregion ohne Berge wie der Landkreis Cuxhaven genannt, dessen Einzäunung bei einem Radius von 50 Kilometern 180.000 Hektar bedeuten und fast 270 Millionen Euro kosten würde.  

Forderungen von Seiten des Naturschutzes, nach denen sich die Tierhaltung auf der Weide den neuen Gegebenheiten anzupassen hätten, wiesen die Unterzeichner der Erklärung als „nicht akzeptabel“ zurück. Die Wiederansiedlung des Wolfes dürfe nicht uneingeschränkt und um jeden Preis vorangetrieben werden. Die Verbände fordern von den Umweltministern des Bundes und der Länder, dass der Schutz der Weidetierhaltung Kernanliegen des Naturschutzes werden müsse und nicht dem Wolfsschutz unterzuordnen wäre.

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