Login
Artenschutz

Wolf und Biber - Aufnahme ins Jagdrecht hebt Schutzstatus nicht auf

Europäischer Grauwolf
Thumbnail
Ulrich Graf, Wochenblatt
am
31.01.2017

Schwerin - Im Landtag von Mecklemburg-Vorpommern haben sich die SPD und die AfD wegen der Aufnahme von geschützten Arten in das Jagdrecht in die Wolle gekriegt.

Die AfD hatte den Antrag gestellt, den Wolf und den Biber in die Liste des jagdbaren Wildes aufzunehmen. Im Landtag kam es daraufhin zu einer Kontroverse mit der SPD. Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus konterte, dass eine Aufnahme in das Jagdrecht am Schutzstatus einer geschützten Art nichts ändern würde. Das gelte für den Wolf genauso wie für den Biber. Ändern und verkomplizieren würden sich nur die Zuständigkeiten. Der Wolf unterstünde dann der Hege und Pflege der Jägerschaft und dürfte aufgrund seiner ganzjährigen Schonzeit trotzdem nicht bejagt werden.

"Vor diesem Hintergrund", so Backhaus, "frage ich mich ernsthaft, worin der Mehrwert einer Aufnahme in das Jagdrecht liegt.“ Für die Jägerschaft bedeute die Aufnahme ins Jagdrecht nur eine Reihe zusätzlicher Aufgaben: Monitoring der Wolfspopulation, Markieren/Besendern, Aufnahme verletzter Exemplare, Seuchenbekämpfung, Erschließung von Finanzquellen für Forschungsprojekte, Ausgleichszahlungen für Schäden, Information der Öffentlichkeit usw. „Der Landesjagdverband hat mehrfach öffentlich betont, dass er einer Aufnahme eben aus diesen Gründen skeptisch gegenübersteht“, so Dr. Backhaus.

Auch interessant