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Zuckermarkt

Zuckerwirtschaft mit Arbeit der High Level Group unzufrieden

Zuckerrübe
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
12.07.2019

Der Europäische Agrarrat wird sich am 15. Juli mit dem Ergebnisbericht der von Agrar-Kommissar Hogan eingesetzten High Level Group zur Lage des EU-Zuckersektors befassen. Dazu äußert sich die deutsche Zuckerwirtschaft bereits vorab.

Der Zuckersektor in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Als Ursachen nennt die deutsche Zuckerwirtschaft:

  • Die ungleiche Praxis bei gekoppelten Zahlungen und Pflanzenschutzmitteln innerhalb der EU
  • sowie der künstliche Preisdruck durch subventionierten Zucker aus Drittstaaten.

In diesen zentralen Punkten empfiehlt die EU-Expertengruppe nun die Beobachtung bzw. strikte Prüfung dieser Wettbewerbsverzerrungen. Das reicht der Zuckerwirtschaft bei weitem nicht, um diese Krise zu bewältigen.
 
Auch die übrigen Maßnahmen würden die Vermutung nahe, dass der Ernst der Lage nicht erkannt worden sei. So zählt der Wirtschaftsverband auf:

  •  Mehr Bürokratie durch Bildung zusätzlicher Organisationen für den Rübensektor oder durch Erhebung weiterer Marktdaten in einem Sektor, der ohnehin schon sehr transparent ist Bessere Ergebnisse würden dadurch nicht erzielt. Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen liefern ihre Ergebnisse erst, wenn bei anhaltender Krise bereits große Teile des Sektors verloren gegangen sind.
  • Eine Diversifizierung im Rübensektor ergibt wiederum nur dann Sinn, wenn die Wettbewerbsverzerrungen zuvor abgestellt sind. Solange Unternehmen und Rübenanbauer durch die anhaltende Krise keine Einnahmen erzielen, hilft keine dieser Maßnahmen unmittelbar.

 

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