Login
Glyphosat

Zustimmung für Wiederzulassung wächst

aiz
am
20.04.2016

Brüssel - Die Chancen auf eine Wiederzulassung von Glyphosat sind vergangene Woche deutlich gestiegen. In Deutschland, das sich bisher enthalten hat, einigten sich das Bundeslandwirtschafts- und das Bundesumweltministerium auf Zustimmung unter bestimmten Bedingungen. Das deutsche Umweltministerium möchte die Auswirkungen des weit verbreiteten Pflanzenschutzmittels auf die Artenvielfalt genauer prüfen lassen. Wird der Auftrag zur Prüfung in den Verordnungstext übernommen, will Deutschland grünes Licht für Glyphosat geben.

Damit rückt die notwendige qualifizierte Mehrheit deutlich näher, zumal die Europäische Kommission den EU-Mitgliedstaaten auch in anderen Punkten entgegenkommt. Der Wirkstoff soll nun kürzer als die ursprünglich vorgesehenen 15 Jahre zugelassen werden. Zudem haben sich die Hersteller von Glyphosat bereiterklärt, einige ihrer bisher geheim gehaltenen Studien zu veröffentlichen. Den Herstellern wird vorgeworfen, durch Intransparenz für unnötiges Misstrauen zu sorgen. Die Abstimmung über die Wiederzulassung ist am 18. oder 19. Mai im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SCoPAFF) vorgesehen.

Das Europaparlament (EP) hat sich in dieser Woche für eine Verlängerung der Zulassung um sieben Jahre ausgesprochen. Ein vom EP-Umweltausschuss gefordertes Verbot des Pflanzenschutzmittels wurde vom Plenum nicht übernommen. Die Erklärung des Parlaments ist nur ein politisches Signal, das in der Agrarbranche überwiegend positiv aufgenommen wurde. Die Entscheidung liegt allein bei den EU-Mitgliedstaaten.

Copa-Cogeca: Glyphosat-Verbot würde europäische Agrarproduktion gefährden

Nach der Abstimmung der Abgeordneten im EU-Parlament zugunsten einer Verlängerung der Zulassung für Glyphosat drängte auch der Dachverband der EU Landwirte- und Genossenschaften, Copa-Cogeca, den Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) erneut auf, die Zulassung zu erneuern. "Da die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, die Sicherheit des Wirkstoffs bestätigt hat, erwarten wir von der EU-Kommission, dass sie die Zulassung für weitere 15 Jahre verlängert", erklärte Pekka Pesonen, Generalsekretär von Copa-Cogeca. Ein Verbot würde den Ackerbau aber auch die Wein- und Obstproduktion in ganz Europa gefährden. "Dies wäre angesichts der aktuellen Agrarkrise katastrophal zumal chemischer Pflanzenschutz eine unerlässliche Voraussetzung für bestimmte landwirtschaftliche Praktiken wie Direktsaat und minimale Bodenbearbeitung, welche zu weniger Treibhausgasemissionen und Bodenerosion beitragen, ist", verdeutlichte Pesonen. Eine Nichtzulassung dieses Wirkstoffs würde nur Nicht-EU-Ländern, die in die EU exportieren, zugutekommen.

Auch interessant