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Volksbgehren

Bauern gehen in die Offensive

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Externer Autor
am
08.07.2019

BBV Coburg lädt Landtagsabgeordnete zum politischen Frühschoppen ein.

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Coburg Die Bauern gehen in die Offensive. Beim politischen Frühschoppen mit Landtagsabgeordneten sagte BBV-Kreisobmann Martin Flohrschütz: „Schluss mit dem ,Feindbild’ Landwirtschaft!“ Über den Entwurf des geplanten Begleitgesetzes zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zeigen sich die Bauern enttäuscht. Das sei kein Konsens und: „Der Gesetzesentwurf bezieht die Verantwortung der Gesamtgesellschaft für den Artenschutz zu wenig ein“, meinte Flohrschütz.
Der politische Frühschoppen sollte den Bauern Gelegenheit geben, ihre Kritik und Sorgen, ihre Forderungen und Wünsche auf direktem Weg mit ins Bayerische Parlament zu geben. Nur zwei Landtagsabgeordnete waren der Einladung gefolgt, Martin Mittag (CSU) und Martin Böhm (AfD). Flohrschütz legte vor: Der Bauernverband fühle sich diffamiert, Entscheidungen basierten nicht auf Fakten, und was da nach dem Runden Tisch in München aufs Papier gebracht worden sei, werte man als weiteren Schlag ins Gesicht der Bauern.
Statt Verbot von Pflanzenschutzmitteln forderte Florschütz mehr Geld für Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe und schädlingsresistenter Sorten. Der Raps, prophezeit der Kreisobmann, werde aus der Flur verschwinden, weil es keine Sorten gebe, die aus eigener Kraft mit dem Rapsglanzkäfer fertig würden. „Sollte der Gesetzesvorschlag so bleiben“, meint Flohrschütz, „erleben wir einen Strukturwandel noch nie gekannten Ausmaßes.“
Das Begleitgesetz, erklärte Martin Mittag (CSU), werde intensiv in der Fraktion beraten und manches sei noch lange nicht in Stein gemeißelt. Artenschutz, da liegt Mittag mit den Landwirten auf einem Nenner, sei ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Die rund 1,8 Mio. Unterschriften beim Volksbegehren bezeichnete der Abgeordnete als Ergebnis vielfacher Unkenntnis über die Landwirtschaft, aber auch als „Ablassbrief“ und Abschiebung der Verantwortung.
Martin Böhm (AfD) nannte das Volksbegehren eine „grün-ideologisierte Abstimmung in den Städten“, denn auf dem Land wisse man, was Arbeit auf dem Feld und im Stall bedeute. Der Staatsregierung warf er opportunistisches Handel und Grün-Orientiertheit vor.

Mehr Rückhalt gewünscht

Egal, ob konventionell oder Bio, meinte der junge Landwirt Christian Flohrschütz, man sitze in einem Boot. Die Verbraucher seien über Jahrzehnte billigste Lebensmittel gewohnt, was die Landwirtschaft immer mehr von der Förderpolitik abhängig mache. Darüber müsse aufgeklärt werden. „Wir arbeiten seit vielen Generationen nachhaltig, mehr Rückhalt von Seiten der Politik wäre angebracht.“ Sinn und Maß forderte auch Kreisbäuerin Heidi Bauersachs, mit dieser Politik würden junge Landwirte nicht mehr zu motivieren sein.
Um die Anlagenverordnung ging es, um die Gülleverordnung, Grünflächenbewirtschaftung und ökologische Flächenbewirtschaftung. Die Verbraucher müssen mit ins Boot, forderte auch Sebastian Porzelt, ohne Information und Aufklärung funktioniere das nicht. Gabi Betram
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