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Treffen

Bauern die wahren Europäer

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Franz Galster
am
13.05.2019

BBV Oberfranken diskutiert mit Manfred Weber, dem Spitzenkandidaten aus der CSU für die Europawahl.

Die Spitzenkandidaten der CSU für die Europawahl am 26. Mai, Manfred Weber und Monika Hohlmeier, kamen zu einer Europawahlveranstaltung in die Kongresshalle nach Bamberg. Die Verantwortlichen des BBV Oberfranken nutzten die Gelegenheit, sie vorab zu einer Diskussionsrunde in die Geschäftsstelle des Bauernverbands in unmittelbarer Nachbarschaft einzuladen. Bezirkspräsident Hermann Greif begrüßte dazu zahlreiche BBV- Obmänner und Vertreterinnen der Landfrauen aus ganz Oberfranken.

„Die EU hat ihre Wurzeln in der Landwirtschaft, dem einzigen Bereich, der europaweit durchorganisiert ist, die Landwirte sind die wahren Europäer“, betonte Hermann Greif. Der Niederbayer Manfred Weber bewirbt sich für die Wahl des künftigen Kommissionspräsidenten der EU am 16. Juli. Intensiv setzte er sich mit diesem Bereich auseinander. Eine reine Marktwirtschaft gehe nicht. Man brauche gesunde Nahrungsmittel und dürfe sich nicht abhängig machen. Kluge Handelsverträge seien erforderlich. Weber brachte das Beispiel Zucker, der aus Zuckerrohr deutlich günstiger produziert werden könne als aus der heimischen Zuckerrübe. Diesen Sektor müsse man schützen. Bei Agrarimporten fordert Weber gleiche Standards. Eine klare Absage erteilte er Produkten aus Kinderarbeit.
Es gelte, Produkte regional zu vermarkten, aber auch zu exportieren. Zölle in der Industrie könnten verschwinden, das gelte aber nicht für die Landwirtschaft, die deshalb geschützt werden müsse. „Wir brauchen eine gesicherte Nahrungsmittelversorgung. Keiner stellt sich hin und sagt, wir brauchen die Bauern. Die Stimmung draußen ist nicht gut. Stärken Sie uns als Bauern“, appellierte eine Zuhörerin an die Kandidaten.

Regionale Lösungen anstreben beim Düngen

Die Düngeverordnung kam immer wieder zur Sprache. Kritisch werden in diesem Zusammenhang die „roten Gebiete“ um die Trinkwasserversorgung gesehen. „Wo man etwas auf dem Feld wegnimmt, muss auch wieder etwas hin“, meinte eine Zuhörerin und nannte eine Unterdüngung von 20 % in diesen Gebieten. Hohlmeier plädiert dafür, das Gülleproblem auf nationaler Ebene zu lösen. Sie monierte außerdem, dass die Messtechnik deutschlandweit nicht korrekt und zu großflächig sei, und plädiert für regionale Lösungen. Die Kandidatin kritisiert auch die „sehr ökologisch“ vorgehende Umweltministerin in Berlin und erteilte grünen Ideologen eine klare Absage. Ohne die Ergebnisse der Umsetzung der Düngeverordnung abzuwarten, würden bereits neue Auflagen aufgesattelt werden.
In die gleiche Kerbe schlug Hermann Greif. Betroffen sind in Oberfranken die westliche Region des Landkreises Forchheim und die nördliche Region zwischen Coburg und Lichtenfels.
Auf Nachfrage von Zuhörern betonte Weber, wie schon Greif zuvor, dass die Betriebsprämie der ersten Säule erhalten bleiben muss, damit gesichert ist, dass das Geld bei den Familienbetrieben ankommt. Langfristige Planungssicherheit sei wichtig.
Die Datenschutzverordnung ist nach Webers Worten zum Vorbild im Internet geworden. CDU und CSU wollten jedoch die kleinen Betriebsstrukturen und Handwerker herausnehmen, konnten sich aber mehrheitlich nicht durchsetzen.
Monika Hohlmeier zeigte in der Diskussion ihr Engagement in Brüssel für die Landwirtschaft auf. Manfred Weber treibt die ausufernde Bürokratie um. Er plädiert dafür, 1000 Verordnungen in den Papierkorb zu schmeißen. Leider werde die EU von außen nur als bürokratisches Monster wahrgenommen.

Welche Arbeit verdient mehr Förderung?

Eine Zuhörerin monierte, dass man für eine Blühwiese oder ein Distelfeld mehr Förderung bekomme als wenn man ein Weizenfeld abernte. Da werde die Sinnhaftigkeit der geleisteten Arbeit hinterfragt. „Ich vermisse auf allen Ebenen jemanden, der sich hinstellt und sagt, die Bauern haben die richtige Ausbildung“, lautete eine weitere Wortmeldung im Zusammenhang mit dem Volksbegehren.
Nachdrücklich und wiederholt mahnten Manfred Weber und Monika Hohlmeier die Zuhörer, am 26. Mai zur Wahl zu gehen und sich dabei nicht von Ideologen und extremen Strömungen verführen zu lassen. Franz Galster
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