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Lichtmess

Berufsstand - Mehr Sachlichkeit statt Emotionen

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschienen.

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Lichtmess
Die Gruppe Saitenklar unter der Leitung von Helmut Lottes gestaltete den Lichtmessempfang des Kreisverbandes Hof musikalisch aus. Mit dabei: Kreisbäuerin Karin Wolfrum (vorne). © Stephan Herbert Fuchs
von am
12.02.2018

Milchkönigin Sonja Wagner und Eva-Maria Haas beim Lichtmessempfang des BBV-Kreisverbandes Hof.

Miteinander reden, nicht übereinander. Darum hat der BBV-Kreisverband Hof den Lichtmessempfang in den Räumen des Bauernhofmuseums Kleinlosnitz eingeführt. Nicht nur Landwirte, auch Vertreter aus Politik und Gesellschaft sollen dabei erfahren, wo den Bauern der Schuh drückt und was sich so tut, in der Landwirtschaft.

Mehr Sachlichkeit und weniger Emotionen forderte dabei Kreisobmann Hermann Klug für den Berufsstand ein. Von A wie Artenschutz bis Z wie Zulassung zum Pflanzenschutz stünden die Landwirte nach wie vor in der öffentlichen Diskussion. Beim Thema Glyphosat beispielsweise sei die sachliche Ebene schon lange verlassen worden, sagte Klug. „So macht man bäuerliche Strukturen kaputt“, sagte Klug, am Ende werde es nur mehr Produkte aus der Fabrik geben.

Einen Mitstreiter haben die Landwirte im Raum Hof in ihrem Landrat Oliver Bär. „Dort, wo es der Landwirtschaft gut geht, geht es auch dem Land gut“, sagte Bär. Landwirtschaft zu unterstützen bedeute den ländlichen Raum zu unterstützen, was wiederum bedeute, Heimat zu unterstützen. Was der Landrat nicht möchte, ist eine Entfremdung der Menschen von der Landwirtschaft, er plädierte deshalb dafür, den Schulterschluss mit den Bauern zu suchen, um die Region weiter voranzubringen.

Öffentlichkeit wirksam informieren

Ein Mittel dazu könnten die Aktivitäten des 2016 gegründeten Vereins „Unsere bayerischen Bauern“ sein. Geschäftsführerin Eva-Maria Haas zog beim Lichtmessempfang ein positives Fazit über die bisherigen Projekte und die Resonanz darauf. Sie sprach von fast 1,2 Mio. Aufrufen der Internetseite www.unsere-bauern.de, auf denen Betriebsportraits, Veranstaltungstipps, Kochrezepte und vieles mehr zu finden sind. Für die Landwirtschaft sei die Zahl unheimlich hoch. An die Landwirte appellierte Eva-Maria Haas: „Öffnet euch.“

Auch um Vermarktung geht es beim Verein „Genussregion Oberfranken“, den der stellvertretende Vorsitzende und Hofer Metzgermeister Christian Herpich beim Lichtmessempfang vorstellte. Herpich bezeichnete den Regierungsbezirk als erste Region in Deutschland, die ihr kulinarisches Erbe komplett erfasst und beschrieben hat. Dafür sei die Genussregion auch als einzige Regionalinitiative Deutschlands als immaterielles kulturelles Erbe ausgezeichnet worden.

Als den Klassiker in der 321 Gerichte umfassenden Spezialitätendatenbank bezeichnete Herpich die fränkische Bratwurst. Aber auch Stockfisch, Krautwurst, Tiegelkuchen, saure Suppe oder Fichtelgebirgs-Pumpernickel gehörten dazu.

Bei der Bayerischen Milchkönigin Sonja Wagner steht das Thema Vermarktung ebenfalls an erster Stelle. Sie wurde 1996 geboren und stammt aus Wonsees. Nach ihrem Abitur studiert sie seit 2014 an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Lebensmittelmanagement mit dem Schwerpunkt Lebensmittel tierischen Ursprungs.

Die Milchkönigin plädierte für mehr Wertschätzung für bayerische Produkte. Die Vielfalt der bayerischen Produkte begeistere auch sie noch immer jeden Tag aufs Neue. Gerade in Oberfranken sei die Milchwirtschaft ein ganz wichtiger Teil der Wirtschaft. Auch das müsse man dem Verbraucher im Dialog immer wieder klarmachen.

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