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Volksbegehren

Blühpatenschaften im Angebot

Jürgen Leykamm
am
06.05.2019

BBV Roth gibt Bürgern die Chance, für Artenvielfalt aktiv zu werden

BBV-Pressegespräch-Hilpoltstein_LF

Meilenbach/Lks. Roth Das Bewahren der Artenvielfalt ist laut jüngstem Volksbegehren der Bevölkerung ein echtes Anliegen. Bei einer Aktion des BBV-Kreisverbandes Roth kann man dabei selber aktiv werden. Denn der Verband sucht derzeit sogenannte Paten für Blühflächen, die die Landwirte gegen einen kleinen Obolus auf ihren Äckern für alle Sponsoren anlegen.

„Bereits 15 Betriebe haben ihre Bereitschaft signalisiert, hier mitzuwirken“, zeigt sich BBV-Kreisobmann Thomas Schmidt bei einem Pressegespräch am Hof von Gerhard Waldmüller in Meilenbach bei Hilpoltstein zufrieden. Damit stehen diesen Blühpatenschaften rein rechnerisch 85 000 m² als Potenzial zur Verfügung. Waldmüller alleine steuert hiervon bereits 20 000 m² bei. Weitere 3000 m² stellt Schmidt bei Kraftsbuch bereit, ebenso viel Fläche Robert Schaller aus Kleinschwarzenlohe.
„Jetzt sind die Bürger gefragt“, so der Kreisobmann. Sein Berufskollege aus dem Raum Wendelstein hat schon mal vorgelegt. „Es haben sich schon einige gemeldet, die die Aktion gut finden und unterstützen wollen“, so Schaller, der für sie auch schon in einer Facebook-Gruppe die Werbetrommel gerührt hat. Die ersten seiner zweiseitigen Verträge sind schon unter Dach und Fach, der Landtagsabgeordnete Volker Bauer zählt zu seinen ersten Blühpaten.
Blühpate zu werden ist nicht besonders schwer: „Man kann zur BBV-Geschäftsstelle oder direkt zu den beteiligten Betrieben Kontakt aufnehmen“, sagt Schmidt. Auf der Verbandsseite findet sich zudem eine Karte, die die Flächen zeigt, die noch für eine Blühpatenschaft zur Verfügung stehen. Einfach aussuchen, beim Bauern der eigenen Wahl den Vertrag unterschreiben – fertig. Ist dies geschehen, kann der Landwirt mit dem Säen loslegen. Die ausgehändigte Urkunde weist unter anderem die Fläche und die auf ihr gesäte Blühmischung aus. 50 € für je 100 m² kostet die einjährige Patenschaft – keine automatische Verlängerung, keine Pferdefüße im Kleingedruckten. „Ein fairer Preis“, findet Gerhard Waldmüller.
Interessenten sollten sich aber bald melden, empfiehlt der Kreisobmann. Gute Chancen für rege Beteiligung rechnen sich Gerhard Waldmüller und Sohn Simon aus. Denn der Familienbetrieb ist als Holunderhof bekannt und verkauft auch vor Ort direkt. „Da ergeben sich immer gute Gespräche“, so die Betreiber. In den Blühmischungen, die vom Landhandel bezogen werden können, finden sich Sonnenblume, Koriander, Phacelia oder Kornblumen als Samen. Auch Kleesorten, Klatschmohn, Schafgarbe und Wildrettich sind dabei. Verschiedene Blühzeitpunkte sorgen dafür, dass sich das Aussehen der Flächen übers Jahr des Öfteren verändert und für die Blühpaten wie für die Insekten immer neue Blütenpracht offenbart.

Nun hofft man seitens des Bauernverbands, dass möglichst viele Nichtlandwirte mitmachen. Das Potenzial läge ja bei 18 % der Bevölkerung, spielt Schmidt auf das Ergebnis des Volksbegehrens an. Wenn jeder hundertste Unterzeichner Wendelsteins bei Schaller auch einen Vertrag unterschreibe, seien seine gut sichtbaren 3000 m² voll, rechnete der Kreisobmann vor. Dem BBV gehe es in erster Linie um die Sache, wie Schmidt betont. Deswegen sei es natürlich genauso in Ordnung, wenn die Landwirte über eine eigene Website, Ebay, Gemeindeblatt oder den Aushang im Kindergarten für Blühflächenpatenschaften werben. Jürgen Leykamm

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