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Stabwechsel

Braugerstenerzeuger in Oberfranken ziehen Bilanz

Braugerstenschau Kulmbach
Stephan Stöckel
am
04.12.2017

Zwölf Jahre lenkte Erhard Hildner aus Presseck (Lkr. Kulmbach) die Geschicke des oberfränkischen Braugerstenvereins. Nun legte er sein Amt in jüngere Hände.

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins, die der Braugerstenschau im Mönchshof Bräuhaus vorausgegangen war, wurde der 45-jährige Hans Pezold aus dem Marktleugaster Ortsteil Steinbach im Landkreis Kulmbach zu seinem Nachfolger gekürt. Die Unbilden der Witterung und an der Preisfront, von denen schon sein Vorgänger ein Lied zu singen wusste, bestimmten die Bilanz, die Pezold bei der Braugerstenschau zog.

Trotz Witterungsproblemen im Sommer, resümierte er, seien Eiweißgehalt und Sortierung aber im Rahmen der Qualitätsanforderungen geblieben. Der Landwirt appellierte an alle Marktpartner, auch für die zweifelhaften Partien einen fairen Kompromiss bei den Preisen zu finden, damit man sich bei der Vermarktung der Ernte im nächsten Jahr noch ruhigen Gewissens in die Augen schauen könne.

Erfreulich: In diesem Jahr war es bei der Anbaufläche für Sommergerste in Oberfranken zu einem  Anstieg um 4,7 % auf 30.428 ha gekommen, was einem Plus von 1,234 ha entspricht. Das geht aus den Ausführungen von Landwirtschaftsoberrat Friedrich Ernst von der Abteilung Pflanzenbau des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth hervor.

Grund zur Entwarnung ist das für den Fachmann noch lange nicht: „Der Anbau liegt auf dem zweitniedrigsten Stand nach dem Jahr 2016, wo man mit 29 194 Hektar einen Tiefststand erreicht hatte.“ Der Sommergerstenertrag lag nach Auskunft Ernsts um rund 2 % höher als 2016. „Im Schnitt wurden 50,7 Doppelzentner pro Hektar erzielt“, sagte er. Aus diesem Ertrag und einem geschätzten Braugerstenanteil von 75 % errechnete er ein Braugerstenaufkommen von 115 700 t. „Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr“, stellte der Redner erfreut fest.

Eine Lanze für die Braugerstenerzeuger brach der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl: „Die Wertschätzung der Braugerste muss mit einer soliden Wertschöpfung für die Bauern einhergehen“, betonte der Gast.

Sorte Solist macht das Rennen

Braugerste Kulmbach

Der aus dem Amt geschiedene Vorsitzende Erhard Hildner wurde für seine außerordentlichen Verdienste um den Verein mit dem „Goldenen Braugerstenkorn“ geehrt. Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner und der Kulmbacher Stadtrat Dr. Ralf Hartnack dankten Hildner für die geleistete Arbeit und wünschten seinem Nachfolger Hans Pezold viel Glück im neuen Amt.

Unter den zur Braugerstenschau eingesandten 116 Mustern, die einer eingehenden Qualitätsprüfung unterzogen worden waren, lag die Sorte Solist (52 %) mit deutlichem Vorsprung vor Catamaran (18 %). Die Landwirte mit den besten Mustern wurden mit Urkunden und Preisen bedacht.

Erster wurde Roland Pfaffenberger aus dem Thurnauer Ortsteil Kleetzhöfe im Landkreis Kulmbach mit 23 von 25 möglichen Punkten für die Sorte Solist. Dahinter folgten Roland Kolb aus Großenhül bei Wonsees im Landkreis Kulmbach (22 Punkte/Avalon) und Marco Friedrich aus dem Konradsreuther Gemeindeteil Föhrenreuth im Landkreis Hof (22 Punkte/Solist).

Landkreissieger wurden in Bamberg Josef Möhrlein aus Heiligenstadt-Herzogenreuth (22 Punkte/Solist); in Bayreuth Sven Horter Hollfeld-Loch (21 Punkte/Solist); in Coburg Bernd Smakal aus Meeder-Großwalbur (20 Punkte/Planet); in Forchheim Stefan Vogler aus Gößweinstein-Hartenreuth (21 Punkte/Planet); in Hof Ralf Kunzelmann aus Hof-Unterkotzau (21 Punkte/Solist); in Kulmbach Günther Kolb aus Thurnau-Lochau (22 Punkte/Laureate); in Lichtenfels Josef Reuß aus Weismain-Neudorf (21 Punkte/Avalon) und in Wunsiedel Roland Geister aus Selb-Unterweißenbach (22 Punkte/Solist). Aus dem Landkreis Kronach wurden keine Muster eingereicht.

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