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Waldbesitzer

Einfach nur gelungen

Waldbesitzertag-Fränkische-Schweiz_LF-481
Rosi Thiem
am
17.06.2019

Rund 10 000 Besucherinnen und Besucher kommen zum regionalen Waldbesitzertag in Türkelstein und sind begeistert.

Einfach nur gelungen“, diesen eindeutigen Tenor überbrachten die gutgelaunten Besucher an die Veranstalter des regionalen Waldtages im Gößweinsteiner Ortsteil Türkelheim. Die Bayerische Forstverwaltung, vertreten durch das AELF Bamberg und die Waldbesitzervereinigung Fränkische Schweiz e. V. hatten dazu eingeladen. Geschätzte 10 000 Besucher kamen und erlebten einen Tag der Superlative. Am Ende des ökumenischen Gottesdienstes, zelebriert durch Pfarrer Michael Maul und Pater Rigobert Beck wurde gemeinschaftlich Brot geteilt und anschließend ging es zünftig mit dem Musikverein Gößweinstein zum Ausgang ins Grüne.
Hier setzten die Ehrengäste zur Feier des Tages einen Speierling. Forstamtsrat Matthias Jessen erklärte dabei: „Sein Holz ist das Schwerste der deutschen Waldbaumgesellschaft. Da der Baum rar ist, kommt sein Holz selten in den Handel, erzielt Spitzenpreise und ist sehr begehrt.“ Das Rahmenprogramm von Ausstellungen und Vorführungen rund um das Thema Wald, Holz Natur und die begehrten fünf Fachvorträge bildeten nur einen Teil des Programms.
Der leitende Forstdirektor Hans-Rüdiger Schmittnägel lud in seinem Grußwort zu einem Rundgang ein. Und er versprach nicht zu viel: Um das Festgelände zog sich ein 1,5 Kilometer langer Waldparcours, der die Besucher im Schatten des Buchenwaldes kurzweilig informierte. So gab es Klettersitze, ein Fixlängenkatapult, einen Spannungssimulator, um für den sicheren Umgang bei Waldarbeiten zu sensibilisieren. Harald Bammler zeigte, wie ein Entlastung- und Trennschnitt zu erfolgen hat.
Kinder konnten sich beim Baumartenquiz, der Samenpflanzaktion und der Schatzsuche beweisen. Am bizarren Felsen gab es dann noch begehrte Märchen für die Kleinsten. Heimische Boden- und Baumarten, die anschaulich dargestellt wurden fanden großes Interesse, ebenso die Ausstellung des Imkervereins Ebermannstadt.
Bernd Schilling vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ging auf den Waldbau im Hinblick auf den entsprechenden Boden und das Thema Verkarstung ein. Johanna Gierl, die Bayerische Waldkönigin, beantwortete, als angehende Försterin, viele Fachfragen. Der Leiter des ökologisch-botanischen Gartens der Uni Bayreuth, Dr. Gregor Aas, stellte in seinem Vortrag den Anbau von fremdländischen Baumarten vor. Als unterschätzte Baumart bezeichnete er die Walnuss, er nannte sie ein Geschenk der Natur. „Es lohnt sie, gezielt zu fördern. Sie könnte einmal ein hervorragendes Stammholz geben.“ Vom Publikum nach der Schwarznuss gefragt, gab er zu bedenken, dass diese Baumart höhere Ansprüche an Bodenfeuchte stelle und klassisch in Auwälder zu finden sei.
Der Gebietsbeauftragte und Festredner des Tages, Ministerialrat Dr. Gunther Ohrner, ging auf die Fördermöglichkeiten und die nicht einfache Situation der Witterungsextreme ein. Auch zeigte er die Wichtigkeit der Forstlichen Vereinigungen für die Zukunft auf, da immer mehr urbane Waldbesitzer nicht in der Lage sein werden, ihren Wald zu bewirtschaften.

Ein Kreuzchen machen reicht nicht

BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif erinnerte daran, dass es nicht reicht, ein Kreuzchen bei „Rettet die Bienen!“ zu machen, sondern lieber aktiv etwas zu tun – zum Beispiel ein Bäumchen zu pflanzen oder einfach ohne Flieger, in der eigenen Region Urlaub machen. Viele Anregungen, Kritik und Impulse konnte der Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber beim Rundgang durch das Gelände von den Besuchern aufnehmen und austauschen. Er fand die Umweltbildung gerade auch für Kinder sehr wichtig.

„Man muss erst säen, bevor man über Generationen ernten kann.“ Auch dem Präsidenten des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Josef Ziegler, war die zunehmende Wichtigkeit von informativen Veranstaltungen – für alle Menschen – im Blick auf die Zukunft bedeutend. Ludwig Thiem, der WBV-Vorsitzende, zeigte sich am Ende des langen Tages über die hervorragende Resonanz zufrieden: „Die zweijährige Vorbereitungszeit hat sich gelohnt.“

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