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Tag der offenen Tür

Erleben, was Bauern leisten

27. Tag der offenen Tür im Knoblauchsland lockt wieder tausende Besucher an.

am
20.05.2019
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Nürnberg Einen Tag lang konnten die Verbraucher erleben, was die Bauern leisten: In Scharen kamen die Konsumenten am ersten Sonntag im Mai wieder zum „Tag der offenen Tür“ ins Knoblauchsland. Anstelle von manchmal 40 000 Besuchern kamen diesmal „nur“ geschätzte 20 000. Denn das Wetter war zwar für die Natur gut, aber nicht ganz so optimal, um zu schauen, wie Zwiebel, Salat, Radies, Gurken und Tomaten wachsen. Dabei waren die Temperaturunterschiede zwischen den beheizten Gewächshäusern und dem Freiland beträchtlich.

Dürre: Mehr Forschung und Förderung

Als Schirmherrin zeigte sich die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber voll des Lobes darüber, was in den 130 Betrieben vor den Toren Nürnbergs im wichtigsten Frisch-Gemüseanbaugebiet Bayerns geleistet wird. Sie würdigte nicht nur die Frische der Produkte wegen der kurzen Wege, sondern auch deren Qualität angesichts der umweltgerechten Methoden mit einem hohen Einsatz an Nützlingen. In Anbetracht der in Nordbayern immer häufiger auftretenden Trockenphasen kündigte sie mehr Forschung und Förderung von Maßnahmen an, wie garten- und weinbauliche Betriebe besser mit Wasser versorgt werden können. Die Staatsregierung wolle auch Maßnahmen ergreifen für eine steuerliche Ausgleichsrücklage und eine staatliche Unterstützung für eine Mehrgefahrenversicherung.

Während des Rundganges auf dem Betrieb der Familie Seischab wurde das Problem des Siedlungsdrucks und der Begehrlichkeit auf Flächen für Wohnbebauung, Gewerbebetriebe und Verkehrsanlagen angesprochen. Kaniber wies dabei darauf hin, dass eine Person heute 48 m2 Wohnfläche nutze, während es vor 40 Jahren nur 20 m2 waren.

Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel wertete in einem Grußwort das Agrarstrukturelle Gutachten als ein Signal der Stadt Nürnberg dafür, wie wichtig ihr die Landwirtschaft sei. Johannes Höfler, der Vorsitzende des Gemüseerzeugerverbandes, meinte, dass man auf einen Bürokratieabbau schon gar nicht mehr hoffe, aber doch erwarte, dass diese nicht noch weiter zunimmt. Die politisch Verantwortlichen mahnte er zu beachten, dass auch der Gemüsebau mit seinen vielen Fachkräften Möglichkeiten brauche zu wachsen. Im Hinblick auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ sagte Höfler, dass es nicht fair gewesen sei, wie man auf die Bauern eingehauen habe. Gerade das Knoblauchsland sei mit seiner Kleinteiligkeit vorteilhaft für die Natur, wie die vielen Kiebitz-Nester zeigten. Er forderte, die Düngeverordnung praxisgerechter zu gestalten und auch die Pflanzenschutzvorschriften in der EU zu vereinheitlichen, damit die Bauern auch die Qualitäten erzeugen könnten, die der Lebensmitteleinzelhandel fordere.

Mittelfrankens BBV-Bezirkspräsident Günther Felßner zeigte sich gar nicht zufrieden damit, dass die Staatsregierung bei den Beratungen nach dem Volksbegehren zu wenig Rücksicht auf die Landwirtschaft nehme. Wie groß die Angst vor den Folgen weiterer Vorschriften und Verbote sei, zeige sich darin, dass so mancher Landwirt von ihm und seinen Vorfahren gepflegte Streuobstbäume vorsorglich entfernte.

In der zur Festhalle umfunktionierten Halle des Betriebes Seischab gab es wieder zahlreiche Informationen von Verbänden und Organisationen. Besonders gefragt war die „Pflanzendoktorin“ am Stand des Gemüseerzeugerrings. Hier gab es Antworten auf Fragen nach Blattkrankheiten, wie Schädlinge bekämpft werden können und wie man mit dem Unkraut fertig wird. Das Team der Landfrauen bot Schmankerl an und lockte Kinder mit einem Glücksrad an. Fritz Arnold

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