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Öffentlichkeitsarbeit

Mit Fakten gegen Vorurteile

Broschüre des BBV Ansbach
Fritz Arnold
am
14.09.2017

Ansbach - Der BBV Ansbach hat eine neue Broschüre über die Landwirtschaft präsentiert. Mit besseren Informationen will der BBV den sich häufenden Angriffen der Öffentlichkeit begegnen, die oft unter den Stichworten Tierschutz, Pflanzenschutz, Massentierhaltung, Arzneimitteleinsatz oder Monokulturen daherkommen.

Nach verschiedenen Aktionen und der Dauereinrichtung „Weg der Landwirtschaft“ hat nun der BBV Ansbach eine Broschüre unter dem Motto „Miteinander für Sie und Ihren Erfolg – gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft“ aufgelegt. Darin wird über die wichtigsten Produktionszweige und die Strukturentwicklung informiert.

Wie Kreisobmann Ernst Kettemann bei der Vorstellung der zwölfseitigen Druckschrift erläuterte, geht diese zunächst an Repräsentanten in den Städten und Gemeinden, an Bürgermeister, Kreisräte sowie an die Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner. Kernanliegen der Schrift ist es, zu verdeutlichen, dass die Familienbetriebe trotz aller Veränderungen ein Garant für nachhaltiges Wirtschaften sind.

So wird darauf hingewiesen, dass aus ökonomischen Gründen in den vergangenen 15 Jahren mehr als die Hälfte der tierhaltenden Betriebe ihre Stalltüren geschlossen haben. Wegen unzureichender wirtschaftlicher Bedingungen haben vor allem kleine und mittlere Betriebe die Tierhaltung aufgegeben. Je nach Tierart seien die Tierzahlen zwischen 20 und 35 % zurückgegangen.

Krassestes Beispiel dafür ist nach Angaben von Kreisvorstandsmitglied Martin Waldmann aus Ansbach-Strüth die Ferkelerzeugung. Während Mittelfranken lange Zeit ein Überschussgebiet für Ferkel war und viele Tiere nach Norddeutschland geliefert wurden, herrscht jetzt Mangel.

Die Zahl der Sauenhalter ist seit 1998 dramatisch um 76 % zurückgegangen. Die Gründe reichen von Auflagen wie der Gruppenhaltung bis hin zu praxisfremden Forderungen in den Bereichen Ferkelkastration und Ebermast.

Derzeit ist ein Drittel der tierhaltenden Betriebe auf Schweine spezialisiert. Auf 224 Höfen wird Ferkelerzeugung mit durchschnittlich 54 Zuchtsauen betrieben. 34 von ihnen halten mehr als 150 Tiere.

Positiv sieht man im Bauernverband den Trend hin zu mehr regionalen Produkten. Der ist nach den Fripronil-Funden nun vor allem bei den Eiern festzustellen. Kreisbäuerin Christine Reitelshöfer und ihre Stellvertreterin Doris Schienagel haben aber Zweifel, ob der Trend, zwei oder drei Hühner als Haustiere zu halten, der richtige Weg ist. Letztlich seien Nutztiere etwas anderes.

Die Nachhaltigkeit und Vielseitigkeit der Landwirtschaft im Landkreis Ansbach erklärte Nebenerwerbslandwirt Gerhard Steinbauer. Das sei sowohl durch die unterschiedlichen Böden als auch die Betriebsgrößen mit ihren hier üblichen Fruchtfolgen bedingt.

Maisanbau hat einen Anteil von gut 30 % der Ackerfläche. Vorrangig werde Getreide angebaut sowie in letzter Zeit zunehmend Kleegras, Luzerne und Erbsen als heimisches Eiweißfutter. Allerdings habe der Erbsenanbau jetzt mit dem Verbot, Pflanzenschutzmittel gegen Unkräuter einzusetzen, wieder einen Dämpfer erhalten.

Eine herausragende Rolle spielt wegen des hohen Anteils von rund 36 000 ha Grünland die Rinderhaltung – schon immer mit Milchvieh. Wegen der hohen Kosten gibt es hier laut Kreisobmann Ernst Kettemann keine Neueinsteiger. Der durchschnittliche Milchkuhbestand beläuft sich auf 34 Kühe. Nur 51 der 1245 Milchviehbetriebe haben mehr als 100 Kühe, hebt Kettemann hervor.

Von den rund 3500 landwirtschaftlichen Betrieben wirtschaften mit zunehmender Tendenz rund 100 ökologisch.

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