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Forstwirtschaft

Frankenwaldtage - Hotspot der nachhaltigen Forstwirtschaft

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Stephan Herbert Fuchs
am
02.07.2018

Um die 10 000 Besucher kamen zum Frankenwaldtag in Schwarzenbach am Wald.

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„Wir wollen die Forstwirtschaft weiter voranbringen“, sagt Ralf Kremer. Der Unternehmer aus Steinbach bei Geroldsgrün gehörte zum Organisationsteam der Frankenwaldtages 2018, der verbunden mit einem regionalen Waldbesitzertag wieder um die 10 000 Besucher nach Schwarzenbach lockte.

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„Die Gesellschaft soll für die Themen Wald und Forst sensibilisiert werden“, so Kremer, der auch Initiator des Holzforums Schwarzenbach ist. Das Gremium bündelt eine hochkarätige Expertenrunde aus den Bereichen Forst und Holz sowie verschiedener Behörden, Regional- und Wirtschaftsverbände, und ist einer der Mitveranstalter des Frankenwaldtages.

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Wo, wenn nicht in Schwarzenbach am Wald sollte dieser Tag stattfinden, sagte Bürgermeister Dieter Frank bei der Eröffnung. „Wir machen unseren Namen damit alle Ehre“. Als „großes und wichtiges Kulturgut“ bezeichnete Bundestagsvizepräsident Hans Peter Friedrich den Wald. Der Lebens- und Erholungsraum Wald sei aber nicht entstanden, indem man ihm sich selbst überlassen hätte. Er sei vielmehr das Ergebnis einer jahrhundertelangen Bewirtschaftung, so der frühere Bundesinnenminister, der selbst aus dem Frankenwald stammt.

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Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes sprach vom Frankenwald als „Hot Spot der nachhaltigen Forstwirtschaft“. Hier werde das gelebt, was Waldwirtschaft ausmacht. Das sei zum einen Ökologie und Ökonomie, zum anderen aber auch die Sozialfunktion, indem jeder Bürger ein Betretungsrecht für den Wald habe. „Damit ist der Wald ein echtes Multitalent“, so Ziegler. Ein Multitalent, das eben auch Verpflichtungen mit sich bringt, sagte die bayerische Waldkönigin Johanna Gierl. Natur sei nicht einfach nur so da, der Mensch müsse schon eingreifen.

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Mit einem ganz besonderen Beitrag zeigte der Hofer Schauspieler Peter Kampschulte, dass Wald und Kultur gar nicht so weit auseinander liegen. In der Rolle des Nürnberger Rats- und Handelsherrn Peter Stromer gab er den Vater der Forstkultur aus dem 14. Jahrhundert, der auch als Erfinder der geregelten Forstwirtschaft gilt. Stromer hatte die so genannten Nürnberger Nadelwaldsaaten entwickelt. Dank dieser planmäßigen Aufforstungstechnik wurde der Nürnberger Reichswald zum ersten Kunstforst der Welt.

Auf dem großzügigen Festgelände in Schwarzenbach präsentierten sich Ämter, Forstzusammenschlüsse und Vereine, Unternehmen der Forstwirtschaft und der Holzverarbeitung, die Jagdverbände unter anderem mit einem Laser-Schießkino und verschiedene Kunsthandwerker vom Drechsler bis zum Motorsägenkünstler. „Forstwirtschaft erleben“ war parallel dazu das Motto eines Waldparcours am nahen Döbraberg. Hier konnten alle Interessierten sehen, wie Profis im Wald arbeiten, von der Verjüngung über die Pflege bis hin zur Holzernte. In verschiedenen Vorträgen ging es unter anderem um die Eiche im Frankenwald, um nicht heimische Baumarten oder um Ergänzungspflanzungen bei vorhandener Naturverjüngung.

Die Veranstalter, Forstverwaltung, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie die Stadt Schwarzenbach mit ihrem Holzforum hatten über 10 000 Waldbesitzer und deren Familien aus den Landkreisen Hof und Wunsiedel sowie aus den Frankenwaldgemeinden der Landkreise Kulmbach und Kronach mit einem persönlichen Schreiben eingeladen. Nach Angaben der Veranstalter waren die allermeisten auch gekommen.

Nach dem Frankenwaldtag 2018 steht das nächste überregionale forstliche Großereignis in Schwarzenbach am Wald bereits für das kommende Jahr an. Forstunternehmer Ralf Kremer konnte entscheidend dazu beitragen, dass die Regionalmeisterschaften der Waldarbeiter vom 21. bis zum 23. Juni 2019 erstmals in Oberfranken stattfinden.

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