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Kooperation

Gemeinsames Projekt von Techniker- und Hochschule

Umwelt-Ökologie-Technikerschule_Tries_LF
Fritz Arnold
am
09.09.2019

Landwirte und Umweltfachleute sind nicht so weit von einander entfernt wie oft vermutetet wird.

Triesdorf/Lks. Ansbach „Wichtig dabei ist es vor allem, dass miteinander geredet wird.“ Dies bezeichnet Friedrich Gronauer-Weddige als eine wesentliche Erkenntnis aus einem gemeinsamen Projekt der Technikerschule für Agrarwirtschaft und der Fakultät Umweltsicherung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Höfe vom Odenwald
bis ins Allgäu

In elf Tandems wurden Höfe vom Odenwald bis zum Allgäu und der Oberpfalz durch die jeweiligen Junglandwirte und künftigen Umweltfachleute, die sich in Triesdorf in Ausbildung befinden, unter die Lupe genommen. Auch wenn anfangs eine Äußerung fiel, wie „warum kommen wir mit den Landwirten so schwer ins Gespräch“, kam man schnell zu konstruktiven Dialogen. Das wurde bei der Vorstellung der Projektergebnisse betont. Dr. Michael Rudner, Professor für Geobotanik, stellte in diesem Zusammenhang fest, dass man „auf Augenhöhe miteinander reden muss, wenn man draußen etwas bewegen will“.
Bei den gewonnenen Erkenntnissen kam heraus, dass im Studiengang Umweltsicherung überprüft werden solle, ob nicht der Bereich Landwirtschaft im Studiengang Umweltsicherung eventuell als Nebenfach stärker einfließen sollte. Ein Student bedauerte, dass ihm Kenntnisse im Bereich Bodenbearbeitungssysteme fehlten und warum ein Landwirt eine Wiese fünfmal mähe, um eiweißreiches Futter zu ernten. Auch bei der Ausbildung der Landwirte sei in Sachen Umwelt noch „Luft nach oben“, hieß es.
Bei den gemeinsamen Hofbegehungen wurden jeweils ein „ökologischer Betriebsspiegel“ erarbeitet, die bisherigen ökologischen Leistungen bewertet und ein Leitbild für den Betrieb hinsichtlich der Förderung der Biodiversität aufgestellt. Die Planung umfasste auch konkrete Maßnahmen. Und es erfolgte eine Kostenschätzung und die Prüfung der Fördermöglichkeiten sowie eine Betrachtung der ökonomischen Auswirkungen.

Ökologische und konventionelle Betriebe

Beteiligt waren ökologisch und konventionell bewirtschaftete Betriebe mit unterschiedlichen Schwerpunkten vom Ackerbau bis zur Milchviehhaltung sowohl in Flussauen wie auf mageren Standorten mit Streuobstbeständen. Den Reigen der Vorstellungen eröffnete der Inhaber eines Hofes im Odenwald, wo Maßnahmen auf einer extensiven Obstbaumwiese mit einem sachgemäßen Pflegeschnitt geplant sind, damit die 70 Jahre alten Obstbäume auch als Lebensraum für den Wendehals erhalten bleiben.

Anlage von Gewässerschutzstreifen

Auf weiteren Betrieben ging es um die Anlage und die Gestaltung von Gewässerschutzstreifen, Blühwiesen oder das Anlegen eines Sommerlebensraumes für Amphibien. Ein Betrieb in der Oberpfalz unterstützt mit seinen Artenschutzmaßnahmen die Zauneidechse und den Ortolan. Wo es im Uferbereich zu Einbrüchen wegen Biberbauten kam, wurden Randstreifen aus der Bewirtschaftung genommen.
Auf einem Hof im Landkreis Günzburg wurden ungenutzte Streifen und Stilllegungen vielseitiger gestaltet für blütensuchende Insekten. Auf einem Hof bei Würzburg wurden ein Lesesteinhaufen für Eidechsen und eine „Buntbrache“ mit einer Blühmischung als Nahrungsquelle für Wildbienen und anderen Insekten angelegt.
Den Turmfalken (mit Nistkästen) und die Feldhasen fördert ein Bauernhof im Ries. Da dem Feldhasen verstärkt Ackerwildkräuter als Nahrungsquelle dienen, wird die Stoppelbearbeitung erst nach dem 15. August durchgeführt.
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