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Mittelfranken

Nicht die gleichen Fehler wiederholen

Fritz Arnold, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt ,
am
16.11.2015

Ansbach - Der vlf Mittelfranken übt Kritik am Abbau staatlicher Pflanzenbauberatung.

Vorschläge, Anregungen und Forderungen trugen die Mitglieder des Hauptausschusses des vlf Mittelfranken Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer vom bayerischen Landwirtschaftsministerium bei seinem Besuch auf der Herbsttagung des Bezirksverbandes vor. Der neue Amtschef war sozusagen zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, denn seine Beamtenlaufbahn startete er 1994 am Tierzuchtamt Ansbach. Und im Saal der Gaststätte Rangau hatte er auch seine erste Sitzung des von ihm initiierten Arbeitskreises für Schweinehaltung abgehalten.

Der Dinkelsbühler Vorsitzende Karl Eisen hielt es ebenso wie sein Neustädter Kollege Armin Luther für falsch, dass sich die Ämter von der Pflanzenbauberatung zurückziehen und die Pflanzenbauversuche von Ansbach abgezogen wurden. Eisen meinte, dass hier vermutlich der gleiche Fehler gemacht werde wie bei der Ernährungsberatung, die erst abgeschafft und dann später wieder eingeführt wurde.
Hubert Bittlmayer betonte dazu, dass dies aufgrund des vom Kabinett verfügten und bis 2019 geltenden Stellenabbaus nicht zu verhindern sei. Zu der Kritik von Werner Wolf vom AELF Roth, dass Saattermine für Greeningpflanzen zu detailliert vorgeschrieben seien und es keinen Sinn mache, für Stromleitungstrassen auch noch Ausgleichsflächen auszuweisen, sagte Bittlmayer, dass dies von der EU exakt so vorgeschrieben wurde und man bei den Ausgleichsflächen „dicke Bretter“ bohren müsse und sich da offensichtlich doch Einsichten auftun könnten.

Jutta Dehler vom vlf Uffenheim kritisierte, dass Hofnachfolger von der Junglandwirteförderung ausgeschlossen sind, wenn sie mit dem Übergeber eine GbR gründen, was allgemein sinnvoll für einen Betriebsübergang sei. Hubert Bittlmayer verwies hier ebenfalls auf die EU, die dies nicht anders zulasse. Ganz generell gehe das Münchner Ministerium nach seinen Worten bei der Auslegung der Vorschriften bis an die Grenze des Möglichen. Angesichts der rückläufigen Zahl der Landwirte hält Bittlmayer es für wichtig, in Netzwerken nach außen in anderen Teilen der Gesellschaft tätig zu sein. Er empfahl, sich nicht vom Alltagsgeschäft voll in Beschlag nehmen zu lassen, um nicht die großen Strömungen zu übersehen. Auch wenn es nicht überall so gesehen wird, sollte Grundsatz in der Agrarpolitik sein, dass der Bauer selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelt und nicht der Staat diktiert, wohin die Reise geht. Allerdings werde in manch anderen Ländern der bayerische Grundsatz Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht nicht bevorzugt. Einen gewissen Hoffnungsschimmer sieht der Ministerialdirektor am Milchmarkt. So würden in Neuseeland wegen einer sich abzeichnenden Trockenheit Kühe verkauft.

Bevor der Gast aus München zu Wort kam, würdigte Vorsitzender Günther Lang die Verdienste seiner Vorgängerin Elisabeth Henninger. Über 40 Jahre lang war sie zuerst als Vertreterin der Frauengruppe und dann als Bezirksvorsitzende tätig. Darüber hinaus engagierte sich Henninger unter anderem als stellvertretende Kreisbäuerin und im Kreistag.

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