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Öffentlichkeit

Großer Ansturm auf Lottes Euter

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Lorenz Märtl
am
06.11.2018

Sterntaler-Kinder besuchen am Weltschulmilchtag den Lenzenbauer in Gersdorf

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Gersdorf/Lks. Roth Wie und wo bringt man Kindern das Thema Milch näher? Am besten direkt im Kuhstall und kindgerecht formuliert in einem Brief, den die Gersdorfer Bäuerin Silvia Wagner fiktiv ihre Kuh Lotte hat schreiben lassen.

Empfänger des Briefs waren im modernen Laufstall vom Lenzenbauern die Kinder des benachbarten Kindergartens „Sternthaler“, die im Rahmen des Weltschulmilchtages vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Hersbruck zu einem Vormittag rund um das Thema Milch eingeladen wurden.
Leitender Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf verwies darauf, dass die Milch als hochwertiges Nahrungsmittel ein wichtiger Bestandteil der Ernährung sei. Gerade in der kleinräumigen Struktur der Landwirtschaft im Nürnberger Land mit einem Grünlandanteil von 40 % habe die Milchviehhaltung nach wie vor eine große Bedeutung. Rund 47 Mio. l Milch werden derzeit von den 245 Milchviehbetrieben erzeugt. Allerdings sei auch hier der Strukturwandel nicht aufzuhalten.
Allein im letzten Jahr haben 12 Milchviehbetriebe aufgehört. Dadurch sank die Zahl der Milchkühe um 85 auf 6811, so dass derzeit jeder Betrieb im Durchschnitt 27,8 Kühe im Stall stehen hat. Milchviehhaltung, so Werner Wolf, sei für die meisten Vollerwerbsbetriebe die Existenzgrundlage, aber auch ein wichtiger Faktor für die Pflege der Kulturlandschaft. Er dankte den Familien Buchner-Wagner für ihre Bereitschaft die Hoftore zu öffnen, um den Kindern vor Augen zu führen woher die Milch kommt und wieviel Arbeit damit verbunden ist.
Hauswirtschaftsdirektorin Ingrid Bär hatte mit Fachlehrerin Ute Mahl und Praktikantin Carolin Büttner verschiedene Stationen aufgebaut, an denen den Kindern Wissenswertes zum Thema Milch nahegebracht wurde. Keine Scheu zeigten die kleinen Besucher im Stall vor den großen Tieren. Das Füttern der Kühe, denen die Extra-Ration Heu gerade recht kam, machte ihnen sichtlich Spaß. Bäuerin Silvia Wagner hatte dann bei der Holzkuh „Lotte“ alle Hände voll zu tun, den Ansturm an deren Euter in die richtigen Bahnen zu lenken.
Schnell hatten die Kinder auch den Schüttel-Dreh raus wie aus dem Rahm in den Gläsern schnell Butter wurde. Die schmeckte dann auf frischem Brot köstlich, was auch die anwesenden Gäste, zu denen Kreisbäuerin Marion Fischer und Pfarrer Tristan Schuh zählten, bestätigten.
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