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Meisterbriefe

Kein Mangel an Fachkompetenz

Meisterbriefe Oberfranken
Stephan Herbert Fuchs
am
13.03.2017

Bayreuth - Die Redner bei der Meisterbriefverleihung für 25 Landwirte in Oberfranken stellen dafür das Thema Öffentlichkeitsarbeit in den Mittelpunkt.

Bei einer Feierstunde in Bayreuth haben 25 Landwirte aus Oberfranken, darunter auch drei junge Damen, ihre Meisterbriefe erhalten. Sie alle hätten damit die höchste Stufe der Fortbildung erreicht, sagte Gerhard Gradl vom Zentrum für Land- und Hauswirtschaft in Almesbach bei Weiden. Diese Einrichtung ist für die Meisterausbildung in der Landwirtschaft für Oberfranken zuständig.
Die 25 frischgebackenen Meister würden in einer Zeit entlassen, in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelerzeugung erklärt werden müssten, sagte Gradl. Als Grund dafür nannte er die Tatsache, dass der direkte Kontakt zum Verbraucher nicht mehr vorhanden sei. Früher sei ein Großteil der Bevölkerung direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft befasst gewesen. Wie früher auch produzierten die Landwirte heute zwar öffentlich, doch habe sich die öffentliche Wahrnehmung und Meinungsbildung in Zeiten von Facebook und Twitter stark gewandelt. Deshalb sei es notwendig, verstärkt über Öffentlichkeitsarbeit nachzudenken.
„Tue Gutes und rede darüber“: Diese Empfehlung kam deshalb auch von Top-Agrar-Redaktionsleiter Klaus Dorsch. Die Akzeptanz der Bevölkerung werde in Zukunft der wichtigste Produktionsfaktor sein, sagte er.
In Sachen Offenheit und Transparenz seien Landwirte mehr denn je gefordert, sagte der oberfränkische Regierungsvizepräsident Thomas Engel. Darüber hinaus reiche aber auch rein produktionstechnisches Fachwissen längst nicht mehr aus, betriebs- und marktwirtschaftliche Kenntnisse seien heute unabdingbar. „Auf bayerischen Höfen herrscht mit Sicherheit kein Mangel an Fachkompetenz“, sagte die Bayreuther Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer. Sie bedauerte, dass dies in den Redaktionen von Funk und Fernsehen nicht immer der Fall sei. Genau das sei eine der großen Herausforderungen für den Berufsstand.
Prüfungsbeste wurde mit einem Notendurchschnitt von 1,39 Verena Kunick aus Sonnefeld im Landkreis Coburg. Sie bekam deshalb aus den Händen des oberfränkischen BBV-Präsidenten Hermann Greif einen Gutschein über ein Stipendium des Bauernverbandes für einen Kurs zur Persönlichkeitsbildung in Herrsching. Zweitbester wurde Michael Benker aus Zell im Landkreis Hof mit 1,51, gefolgt von Dominik Pöhlmann aus Selb im Landkreis Wunsiedel mit 1,55.

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