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Artenvielfalt

Kronach: sehr wenig Blühpaten

Blühfläche
Stephan Stöckel
am
23.04.2019

Der BBV-Kreisverband Kronach hatte über Zeitungsanzeigen Bürger gesucht, die eine Patenschaft für einen Blühstreifen übernehmen.

Haig/Lks. Kronach Der Unkostenbeitrag für eine 200 Quadratmeter große Blumenwiese, die von einem Bauern angesät wird, beträgt 50 €. Damit wollte der BBV herausfinden, ob es die Leute ernst mit ihrer Unterschrift für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ meinen.

Die Bilanz, die der Kronacher Kreisobmann Erwin Schwarz bei der öffentlichen Kreisversammlung präsentierte, war ernüchternd: Gerade einmal zehn Bürger wollen eine Fläche von rund 1300 m2 zum Blühen bringen. „Das finde ich traurig angesichts der vielen Unterschriften für das Volksbegehren“, kommentierte er den Ausgang der Aktion.
Schwarz bedauerte, dass die vielen Blühstreifen der Landwirte von der Bevölkerung nicht wahrgenommen würden. Falls doch, bekomme man gleich wieder Kritik zu hören.

Alle haben Verantwortung

Für den runden Tisch in München, der nach dem Volksbegehren einberufen wurde, wünschte sich der Kreisobmann eine Lösung, bei der die gesamte Gesellschaft Verantwortung übernehme und den Bauern ein Ausgleich für den Arten- und Naturschutz gewährt werde. Schwarz war sichtlich aufgewühlt angesichts der Angriffe und der Hetze, mit denen die Landwirte täglich konfrontiert werden zum Beispiel mit einer Anzeige des Kronacher Tierheimes, über die er sich umgehend beschwerte.
Bezirkstagspräsident Henry Schramm nahm die Bauern aus der Schusslinie. Er bescheinigte ihnen, ihre Flächen im Landkreis Kronach nachhaltig und mit großer Sorgfalt zu bewirtschaften und für gesunde Lebensmittel zu sorgen. Der Redner, der sich selbst als „Bauernbub aus dem Frankenwald“ vorstellte, stimmte mit Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz überein, die kürzlich festgestellt hatte: „Die Landwirtschaft ist eine Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts und nur mit ihr kann sich die Region Oberfranken weiterentwickeln.“

Auch wenn sich mancher Bauer das Gegenteil wünsche, so Schramm, der Großteil der Bevölkerung wolle billige Lebensmittel. „Hier dürfen wir uns nicht in die Tasche lügen“, sagte der Redner.

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