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Wasserschutz

Langer Atem für Wasserthemen

CfL-Generalversammlung-18-LF
Irene Konrad
am
11.04.2018

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer spricht beim Club fränkischer Landwirte über Trinkwasserqualität, Gewässerschutz und Starkregen-Ereignisse.

Auf ein „sehr interessantes Jahr mit einem Strauß von Aktivitäten“ blickte der Club Fränkischer Landwirte (CfL) bei seiner Jahresmitgliederversammlung zurück. Der Verein mit seinen 233 Mitgliedern in ganz Unterfranken ist ein tatkräftiger Verfechter landwirtschaftlicher Themen in der Gesellschaft.
Vorsitzender Hanskarl Freiherr von Thüngen erinnerte an Führungen, Fachvorträge und kulturelle Veranstaltungen und nannte als Highlight die Besichtigung des Guts Wöllried bei Würzburg mit dem CfL-Mitglied Wolfgang Roth. Im Jahr 2018 stehen eine Lehrfahrt zu den DLG-Feldtagen, der Besuch der Landesgartenschau in der Landwirtschaftswoche, ein Treffen mit der „Grünen Runde Mittelfranken“ und ein Brauerei-Jubiläumsfest am 27. Mai in Thüngen an.
Vorherrschendes Thema der Veranstaltung war der Schutz des Grundwassers im ländlichen Raum. Der unterfränkische Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer referierte zum Thema „Gewässerschutz – eine (machbare) Herausforderung für die Landwirtschaft in Unterfranken.“ Dr. Beinhofer lobte die Landwirte als „wichtige Säule des gesellschaftlichen Lebens“ und dankte ihnen für die Landschaftspflege. In Unterfranken sei der Grundwasserschutz eine besondere Herausforderung. Der Nitratgehalt im Trinkwasser ist weiterhin „das Sorgenkind Nummer Eins.“ Er sei in den letzten 15 Jahren zwar stetig gesunken und überschreitet nur noch in rund zehn Prozent des geförderten Rohwassers den Grenzwert von 50 mg/l – diese erfolgreichen Zahlen lägen aber teilweise daran, dass hoch belastete Brunnen stillgelegt und mancherorts der Anschluss an die Fernwasserversorgung vollzogen wurde.
„Unser Ziel bleibt es, Trinkwasser kleinräumig zu nutzen und die Versorgung der Bevölkerung in der kommunalen Verantwortung zu belassen“, sieht Dr. Beinhofer weiterhin „erheblichen Handlungsbedarf.“ Sorgen bereiten ihm mehr und mehr die Starkregenereignisse. Der Regierungspräsident führt sie auf den Klimawandel zurück. Bei Unwetter mit Starkregen werden die ertragreichen Lößböden der Region schon bei geringer Hangneigung erheblich abgetragen.
2017 habe sich gezeigt, wie wertvoll die Zuckerrübe als „Nitratsanierungsfrucht“ ist. Die Stickstoffbilanz der Rübe sei „ausgesprochen günstig.“ Ein vernünftiger Fruchtwechsel und gut geführte Ackerbaubetriebe helfen nachweislich dem Nitratabbau. „Es ist aber ein langer Atem bei all unseren Maßnahmen nötig“, wies Dr. Beinhofer auf das langsame Sinken der Nitratwerte hin.
Mittlerweile gibt es in mehreren Behörden zahlreiche Aktionen und Initiativen zum Grundwasser- und Gewässerschutz. Dazu zählt das „Modellprojekt Werntal“ mit einer erfolgreichen „grundwasserverträglichen Bewirtschaftung“. Ein anderes Beispiel ist der „Bayerische Wasserpakt“. Er wurde im April 2017 von 13 Verbänden aus der Landwirtschaft und dem kommunalen Bereich gegründet.
„Bei uns in Unterfranken gibt es nun vier statt bisher zwei Wasserberater“, wies Dr. Beinhofer auf eine weitere Neuerung hin. Sie besetzen zusammen drei Stellen, decken die Landkreise Würzburg, Schweinfurt und Kitzingen ab und sind wertvolle Bindemitglieder zwischen den Landwirten und der Verwaltung.
Zum Schutz des Wassers wurden und werden im ersten Halbjahr 2018 in Unterfranken 90 km neue Uferrandstreifen angelegt. Im Landkreis Rhön-Grabfeld wird der verschlammte Sulzdorfer Badesee saniert. Grünstreifen an Feldrändern, Blühstreifen an den Waldrändern, Auffangbecken für anfallendes Regenwasser, Agrarberater sowie Vereinbarungen zum Vertragsnaturschutz tragen zur Sicherung des unterfränkischen Wassers bei.
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