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Tag der offenen Tür

Mega-Event mit Überzeugungskraft

Landfrauen
Fritz Arnold
am
15.05.2017

Knoblauchsland - Beim Tag der offenen Tür im Knoblauchsland erhalten tausende von Besuchern Einblick in den Gemüsebau.

Viel Lob erfuhren die Gemüseanbauer aus dem Knoblauchsland bei ihrem 25. Tag der offenen Tür. Denn seit Lothar Meier, Inge Seischab, Peter Most und Hans Höfler 1990 erstmals die Konsumenten auf die Betriebe eingeladen haben, ist das Knoblauchsland zu einem Begriff und einer Marke geworden, lobten bei der Eröffnung des Events mit tausenden von Besuchern Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und als Schirmherr der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner.
Walter Heidl als Präsident des Bayerischen Bauernverbandes begrüßte es, dass die Nahrungsmittel aus regionaler Erzeugung heute eine große Wertschätzung erfahren. Es gelte jetzt aber den Lebensmitteleinzelhandel mit ins Boot zu holen, damit nicht andere hauptsächlich die Gewinne abschöpfen.
Die Minister Christian Schmidt und Helmut Brunner forderten die Verbraucher auf, „Politik mit dem Einkaufskorb“ und eine „Abstimmung mit den Füßen“ zu machen. Helmut Brunner lobte das Knoblauchsland als deutschlandweites Vorbild für umweltgerechten und ressourcenschonenden Gemüsebau. Das reiche von geschlossenen Bewässerungskreisläufen, die Wasser und Düngemittel sparen, bis zum Einsatz von Nützlingen.
Er wies auch darauf hin, dass die biologisch bewirtschaftete Gewächshausfläche in den letzten Jahren um 40 % gewachsen sei. Gleichzeitig wirtschafteten heute mehr als ein Drittel aller deutschen Bio-Betriebe in Bayern.

Kritik muss auch sein

Kreisobmann Peter Höfler freute sich in seiner Eröffnung über das Lob von vielen Seiten für die Gemüsebauern und stellte fest, „wir stehen zu Europa“. Er brachte dann aber doch einige Kritikpunkte an. Das reichte vom zunehmenden Druck auf der Abnehmerseite durch die Konzen­tration im Einzelhandel bis zur Summe bürokratischer Auflagen, die fast nicht mehr zu leisten sei.
Ebenso wie Peter Höfler ging auch Nürnbergs Oberbürgermeister Horst Maly auf das agrarstrukturelle Gutachten ein. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingt, die Probleme lösen, die sich aus dem Wachstum der Stadt und der das Knoblauchsland prägenden Landwirtschaft ergeben. Es sei klar, dass es heute ohne Glashäuser nicht mehr gehe, aber es müsse auch die freie Sicht erhalten bleiben. Für die Stadtkinder sei der Tag der offenen Tür wichtig, damit sie erfahren, dass Karotten nicht auf Schaumstoffmatten wachsen.
In der zur Festhalle umfunktionierten Halle der Vermarktungsgenossenschaft Franken-Gemüse gab es wieder zahlreiche Informationen von Verbänden und Organisationen. Besonders gefragt war die „Pflanzendoktorin“ am Stand des Gemüseerzeugerrings. Hier gab es Antworten auf Fragen nach Blattkrankheiten, wie Schädlinge bekämpft werden können und wie man mit dem Unkraut fertig wird. Das Team der Landfrauen um Kreisbäuerin Doris Greul-Leuzmann bot Schmankerl unter dem Motto „Rhabarber und Beeren“ an.
Während in Gewächshäusern die hochrankenden Tomaten, Gurken und Paprikapflanzen bestaunt werden konnten, gab es im Freigelände Pflanzmaschinen und Pflegegeräte zu sehen. Ein großer Anziehungspunkt war die von Norbert Bauer gebotene Möglichkeit, sich im Stechen von Spargel zu üben.
Um alle 20 Stationen in den Orten Höfles, Schnepfenreuth und Wetzendorf schaffen zu können, waren Oldtimer-Busse und Pferdekutschen mit geduldigen Kaltblutpferden unterwegs. Mühelos von einer Station zur anderen kamen die unzähligen Fahrradfahrer.
Wer sich nach der Tour noch fit fühlte, konnte den Turm der Versöhnungskirche in Schniegling besteigen und von oben das Treiben in den Gemüsebetrieben beobachten.

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