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Pflanzenbau

Mulchsaat als Baustein gegen die Erosion

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Jürgen Eisen
am
09.09.2019

Landwirtschaftsamt Ansbach informiert über Mulchsaat nach Zwischenfruchtanbau.

Bauzenweiler, Ohrenbach, Röckingen/Lks. Ansbach Nachdem die Wiesen gemäht, die Blumen, Gräser und Kräuter sowie die Obstbäume verblüht sind, können Blühstreifen eine wichtige Funktion bei der Versorgung der Insekten übernehmen. Diese Blühstreifen übernehmen in mehrerer Hinsicht eine wichtige Funktion in Feld und Flur. Dies wurde bei drei Felderführungen deutlich. Landwirt Christian Stadelmann hat im Leutershauser Stadtteil Bauzenweiler rund um seine Maisäcker Blühmischungen angesät. Als weitere ackerbauliche Maßnahme wurden die Auswirkungen von Mulchsaat auf das Pflanzenwachstum und die Bodenstruktur diskutiert.

Veränderte Rahmenbedingungen

Die vermehrt auftretenden Starkregenereignisse der letzten Jahre, die auch im Landkreis Ansbach immer wieder zu punktuellen Überschwemmungen und Bodenabtrag führten, die Wasserrahmenrichtlinie, der Gewässerschutz und die Novellierung der Düngeverordnung sind nur einige der Gründe, sich mit Maßnahmen intensiv auseinanderzusetzen. Die aus der Seenlandkonferenz bereits etablierten Felderführungen zur Mulchsaat nach Zwischenfrüchten werden mit den Begehungen fortgesetzt.

Gesundes Pflanzenwachstum, Verhinderung von Abschwemmung und Erosion, Vermeidung neuer und Aufbrechen bestehender Bodenverdichtungen, ideale Bodenstrukturen, Wasserhaltevermögen und blühende Flächen sind ein sehr sensibles und diffiziles Zusammenspiel von Bodenbearbeitung, Düngung, Regenwürmern und unterschiedlichen pflanzenbaulichen Maßnahmen. Jeder Boden ist in seiner Zusammensetzung anders und erfordert andere Bearbeitungsschritte, -maschinen und -zeitpunkte. Hier ist Erfahrung, Geduld und eine gute Kenntnis seiner Flächen und Böden für jeden Landwirt von größter Bedeutung. Christian Stadelmann nimmt dabei moderne Methoden wie digitale Ertrags(erwartungs)karten und EDV-gesteuerte Aussaat- und Pflanzenschutztechnik zur Hilfe um die optimalen Bedingungen zu erreichen.

Mit mehreren Felderführungen wollten die Pflanzenbauberater und Wasserexperten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach Hartmut Schwinghammer, Matthias Rummer und Fritz Beißer mit den Landwirten und weiteren Interessierten vor Ort Wirkung und Auswirkung verschiedener Maßnahmen diskutieren. Dazu wurden von den Betrieben bereits im letzten Sommer nach der Getreideernte verschiedene Zwischenfruchtmischungen nach unterschiedlicher Bodenbearbeitung ausgesät. Auch bei der ausgebrachten Güllemenge und der Ausbringtechnik wurde differenziert. Es zeigte sich, dass aufgrund der Trockenheit 2018 die Mulchauflagen nicht überall so hoch waren, wie es wünschenswert wäre.

Die Vorteile der Mulchauflage

Die Zwischenfrüchte sind im Winter weitestgehend abgefroren und werden im Frühjahr nicht untergepflügt, sondern der Mais wird direkt nach erfolgter flacher Bodenbearbeitung in die Mulchauflage eingesät. Diese Mulchauflage schützt den Boden vor schnellerer Austrocknung, fördert die Bodenaktivität und die Wasseraufnahmefähigkeit. Auch der Abfluss von Starkregen wird dadurch gebremst. Nachteile können je nach Witterung und Bodenart entstehen, wenn viel Ausfallgetreide des Vorjahres aufläuft oder Schnecken die jungen Maispflanzen anfressen.
Mit dem Spaten zeigte Hartmut Schwinghammer die Bearbeitungsstruktur, das Wurzelwachstum, die Regenwurmaktivität sowie den Bearbeitungshorizont und gab Tipps zur Düngung und zur Unkrautbekämpfung. Auch am Geruch könne man erkennen, inwieweit das eingearbeitete Stroh und die Zwischenfrüchte umgesetzt worden sind.
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