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Bezirksversammlung Unterfranken

Nationalpark Steigerwald und Wasserproblem

Walter Heidl
BLW
am
10.07.2017

Karlstadt/Lks. Main-Spessart - Auf der Bezirksversammlung mit BBV-Präsident Walter Heidl in Karlstadt ging es zur Sache. Die Teilnehmer debattierten über den Nationalpark, Nitrat im Grundwasser, die Trockenheit in Unterfranken bis hin zu Kompensationsmaßnahmen in der Bauleitplanung.

Stefan Köhler berichtete, dass sich die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg mitten in der Debatte um den Nationalpark befänden. Weiterhin berichtete der Kreisobmann von Aschaffenburg, der auch neu gewählter unterfränkischer BBV-Bezirkspäsident ist, dass das Nitratproblem noch lange nicht vom Tisch sei, zwar seien die Wasserversorger zufrieden, die NGOs jedoch würden das Thema immer wieder künstlich „aufblasen“.
Der neu gewählte Bad Kissinger Kreisobmann Edgar Thomas sprach ebenfalls den Nationalpark an.  „Wir brauchen den Nationalpark nicht“, so Thomas. Als großes Problem schilderte er die Wildschäden im Mais, die trotz Drückjagden bestünden.
Der Nationalpark im Steigerwald stehe nicht mehr zur Debatte, betonte der Haßberger Kreisobmann Klaus Merkel. Es sei bewiesen, dass die Biodiversität durch die Schaffung eines Nationalparks zurückginge. Weiter wies er darauf hin, dass die Schäden durch Gänse auch in diesem Jahr ein großes Problem im Landkreis seien. Reinhard Wolz, Kreisobmann in Main-Spessart, beklagte: „Wir brauchen keinen dritten Nationalpark in Bayern.“ Die Wildschweinproblematik nehme zu, und eine dauerhafte Lösung sei nicht in Sicht.
Großes Problem ist Wasserknappheit
Kitzingen ist der trockenste Landkreis in Unterfranken. Kreisobmann Alois Kraus berichtete, dass der Gemüsefeldbau im Landkreis zwar zunehme, die Wasserknappheit allerdings ein großes und wachsendes Problem sei. Auch im Landkreis Würzburg werde die Wasserknappheit zusehends zum Problem, betonte der neu gewählte Kreisobmann Michael Stolzenberger. Die Stimmung in der Bevölkerung sei angespannt. „Gerne würden die Landwirte mehr für den Gewässerschutz tun, doch aus Angst vor Sanktionen trauen sich viele nicht“, stellt Stolzenberger fest. Er bat den BBV-Präsidenten, sich für mehr Praxistauglichkeit einzusetzen.
Mathias Klöffel, Kreisobmann aus Rhön-Grabfeld sagte, durch den Klimawandel ergäben sich auch Veränderungen im Ackerbau. „Wir müssen uns intensiv mit der Pflanzenernährung beschäftigen“, so Klöffel.
Der Schweinfurter Kreisobmann Michael Reck betonte, dass im Landkreis ein jährliches Treffen mit dem AELF stattfindet und zu einem guten Austausch beiträgt. Das Stallgespräch vor der Grünen Woche werde von den Medien sehr gut angenommen.
Heidl sprach eine neue rechtliche Möglichkeit an, nach der der Biber in besonderen Situationen nicht nur entnommen werden könne, sondern entnommen werden solle. Der Schutzstatus des Bibers sei nicht von der EU vorgegeben und in manchen EU-Mitgliedsstaaten sei die Bejagdbarkeit möglich. Als weiteres emotionales Thema zeigte er auf, dass es nur den Wolf oder Beweidung geben könne – mit allen Folgen einer Nichtbeweidung im Berggebiet. Beim Auftreten des Wolfs sei die Offenhaltung der Landschaft gefährdet.
Was Praxistauglichkeit betrifft, da habe der BBV extremen Aufwand betrieben, um der Düngeverordnung die größten Härten für die Betriebe zu nehmen. Bezüglich der Gleichstromübertragungs­trassen griff der BBV-Präsident das Thema „wiederkehrende Zahlungen“ als Ausdruck der im Koalitionsvertrag festgelegten „Beteiligung der Grundeigentümer an der Wertschöpfung“ auf. Wenn die Akzeptanz der Erdkabel dadurch steige und sich eine Bauverzögerung von nur rund vier Monaten vermeiden ließe, sei die komplette Finanzierung der wiederkehrenden Zahlungen gesichert, da die Stabilisierung des Stromnetzes z.  B. durch Abregelung von Windkraftanlagen enorm teuer sei.
Stellvertretender BBV-Generalsekretär Georg Wimmer ging auf die Bedeutung des Dienstleistungsangebots der Geschäftsstellen für die Mitgliederbindung ein und warb um Unterstützung für das neue Konzept bei der Fachberatung. Zum Abschlus ging es um Themen wie die Neubeantragung der vielgliedrigen Fruchtfolge im Kulap, die Öffentlichkeitsarbeit über den Verein „Unsere bayerischen Bauern“, die Diskussion um den DG-Status sowie die Situation der Ferkelerzeuger.

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