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Verbandswahlen

Nur gemeinsam geht es vorwärts

Stephan Herbert, Fuchs Stephan Stöckel
am
27.02.2017

Hof - Der Hofer Kreisobmann Hermann Klug hat erstmals zwei Stellvertreter. Bei den Frauen wurde Elke Browa zur neuen Stellvertreterin der Kreisbäuerin gekürt.

BBV-Kreiswahlen

Erstmals hat der Kreisobmann im Landkreis Hof zwei Stellvertreter. Gerald Hick aus Albertsreuth bei Weißdorf wurde bei den Wahlen zur BBV-Kreisvorstandschaft in Hof mit 73 von 80 möglichen Stimmen zum stellvertretenden Kreisobmann gewählt. „Erster Beisitzer mit der Funktion eines weiteren Stellvertreters“, wie es laut Satzung offiziell heißt, wurde Roland Kießling aus Rodesgrün, der bisherige Stellvertreter, mit 76 von 80 möglichen Stimmen.
Er habe sich bewusst in die zweite Reihe zurückziehen wollen, sagte Kießling, schließlich sollten auch mal Jüngere ran. Kreisobmann bleibt Hermann Klug aus Isaar bei Töpen. Er war von 2003 bis 2007 Stellvertreter, seitdem ist er an der Spitze des Kreisverbandes.
Die vier weiteren Mitglieder des Kreisvorstandes sind: Rainer Horn aus Hirschberglein, Jürgen Becher aus Stammbach, Ulrich Köppel aus Zedtwitz und – neu – Andreas Wolfrum aus Döberlitz bei Gattendorf. Andreas Wolfrum ist der Sohn der Hofer Kreisbäuerin Karin Wolfrum.
Hermann Klug zog bei der Ortsobmännerversammlung eine positive Bilanz über die Arbeit der zurückliegenden fünf Jahre. Man sei ein gutes Team ohne Schwachstellen gewesen. Alle Mitstreiter hätten hervorragende Arbeit geleistet. Auch wenn der Milchpreis aktuell schon wieder stagniere, scheine das Preistal auch bei anderen Produkten weitgehend durchschritten zu sein. Klug kritisierte einmal mehr den Regulierungs- und Bürokratiewahn, der durch die geplante Düngeverordnung noch schlimmer werde, aber auch die Stimmungsmache gegen die Landwirtschaft. Es sei zu befürchten, dass nach der Bundeswahl das Landwirtschaftsministerium im Umweltministerium aufgehe, wagte Klug einen düsteren Blick nach vorne.
„Wenn wir zusammenhalten, dann kriegen wir auch so etwas vom Tisch“, sagte der oberfränkische BBV-Präsident Hermann Greif. Er appellierte an die Solidarität unter den Berufskollegen. Sein eindringlicher Aufruf an alle Berufskollegen lautete: „Haltet zusammen, nur gemeinsam können wir etwas bewegen.“
Nach den Worten von BBV-Direktor Wilhelm Böhmer hat der Bauernverband im Landkreis Hof 112 Ortsverbände. In ganz Oberfranken sind es 986, 40 weniger als bei den letzten Verbandswahlen vor fünf Jahren. Die weggefallenen Ortsverbände wurden in der Regel mit benachbarten Verbänden zusammengelegt.
Neue Stellvertreterin  ist Elke Browa
Karin Wolfrum ist die gute Seele der Hofer Landfrauen. Ob Milchmarkt oder Erntekronenwettbewerb – mit ihrer Tatkraft und ihren Ideen bereichert die Kreisbäuerin seit 15 Jahren das gesellschaftliche Leben in der Region zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge. Nun schließen sich fünf weitere Jahre an: einstimmig wurde Wolfrum im Gasthaus „Grüne Linde“ im Hofer Ortsteil Wölbattendorf in ihrem Amt bestätigt.
„Ich möchte weiterhin am dörflichen Miteinander und am Austausch von Wissen mitwirken. Auch die Öffentlichkeitsarbeit in all ihren Facetten liegt mir am Herzen“, sagte Wolfrum. Zudem will sie den Bau und die Einweihung des „Grünen Zentrums“ in Münchberg miterleben und mitbegleiten, das zum Jahreswechsel 2018/2019 bezugsfertig sein soll. In einem großen Gebäude neben dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie dem Maschinenring sollen auch der BBV und seine Dienstleistungsbetriebe untergebracht werden, die derzeit noch ihren Sitz in Hof haben. In den vergangenen 15 Jahren stand Irene Puchta-Döhler immer an Wolfrums Seite: Doch damit ist nun Schluss. „Ich bin zum siebten Mal Oma geworden. Das war für mich der Anlass, Platz zu machen für eine Jüngere.“ Elke Browa ist 37 Jahre alt, wohnt in Hirschberglein bei Geroldsgrün, wo sie zusammen mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb betreibt.
Das neue Führungsduo in seiner Arbeit unterstützen wollen die Damen des fünfköpfigen Beirats: Christine Hohberger-Puff (Rothenbürg), Sandra Puchta (Großlosnitz), Christina Martin-Kleiner (Wurlitz), Bettina Riedel (Schollenreuth) und Katharina Martius (Menchau).
Für die stellvertretende Bezirksbäuerin Rosi Kraus, die über Landfrauenarbeit referiert hatte, sind die Landfrauen der „Kitt in der Gesellschaft“: „Er hält Familie, Dorf, Landfrauengruppe und BBV zusammen.“
Direktor Wilhelm Böhmer vom BBV-Bezirksverband appellierte an das Wir-Gefühl der Landfrauen: „Dass die Solidarität immer schwächer wird, können wir uns als Einheitsverband nicht leisten. Unser Leitbild ist der bäuerliche Familienbetrieb, der generationenübergreifend denkt und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.“

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