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Artenvielfalt

Platz für Blüten, Insekten, Lerchen

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Fritz Arnold
am
01.07.2019

Schleppertour „Bayern blüht auf“ macht Station in Eschenbach

Eschenbach/Lks. Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim Die Schleppertour „Bayern blüht auf“ machte nach dem Start in Schwaben jetzt in Eschenbach in der Gemeinde Markt Erlbach im Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim Station. Danach ging es weiter nach Nürnberg zur Bauernmarktmeile sowie in die Landkreise Kelheim, Landshut, Dingolfing-Landau und Eggenfelden.

Dem Bayerischen Bauernverband geht es bei der Schleppertour darum, deutlich zu machen, dass den Bäuerinnen und Bauern schon vor dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ der Erhalt der Artenvielfalt ein Anliegen war. BBV-Bezirksgeschäftsführer Ottmar Braun steuerte den vom Landmaschinenhersteller Deutz-Fahr gesponserten Traktor nach Eschenbach.

Projekt: Ausgleichsflächen bleiben in der Produktion

Dort wurde schon im vergangenen Jahr im Rahmen der Planung für die Umgehungsstraße ein Projekt zur Förderung der Feldlerchen und von Ackerwildkräutern gestartet. Anstelle der bisher üblichen Ausgleichflächen, die aufgekauft und aus der Produktion genommen werden, erfolgt hier ein Ausgleich über eine sogenannte „Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme“ (PiK). Mehrere Landwirte verpflichteten sich, 25 Jahre lang Flächen so zu bewirtschaften, dass nicht nur viele Blumen und Ackerwildkräuter für Schmetterlinge wachsen können, sondern auch der Bestand an Feldvögeln und hier insbesondere der Lerchen gesichert werden kann.

Für Kreisbäuerin Renate Ixmeier ist dies ein Weg, den beklagten Flächenverlust zu vermeiden, die Flächen im Besitz der Landwirte zu erhalten und diese weiter für die Erzeugung von Nahrungsmitteln nutzen zu können. Die Leistung für die Natur mit einer Vielfalt von Wildkräutern, auch als Nahrung für Insekten und Vögel, ist allerdings erkauft mit deutlich weniger Ertrag.

Wie Hans Arnold und sein Schwiegersohn Günther Stradtner als beteiligte Landwirte erläuterten, sind die Einschränkungen und Ertragsausfälle gravierender als im Bioanbau. Es dürfen nämlich nicht nur keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, sondern es gilt auch ein Betretungsverbot für die Flächen von der Saat bis zur Ernte. Somit kann nicht zur Eindämmung der Beikräuter mit Hackmaschine oder Striegel über das Feld gefahren werden, weil dadurch Lerchennester zerstört würden. Trotzdem kann das Getreide nicht als Bioware verwertet werden, weil die Anerkennung bei einem Verband fehlt.

Um dem Nachwuchs der hier brütenden Feldlerche bessere Überlebenschancen zu geben, hat Hans Arnold schon voriges Jahr bei der Saat von Triticale jede zweite Drillreihe ausgelassen und in einem Teil zusätzlich die Saatgutmenge reduziert, um einen dünneren Bestand zu bekommen. Ferner hat der Landwirt „Fenster“ bei der Saat ausgespart, um den Vögeln gute Landemöglichkeiten zu bieten. An den Rändern ist das Getreide aber dicht gesät, damit Füchse oder andere Räuber keine Einblicke in die lichten Saatreihen haben und sich nicht so leicht über die Jungvögel hermachen können.

Nach Triticale wurde das Feld mit Wintergerste bestellt und zusätzlich eine Mischung von Blühpflanzen mit eingesät. Allerdings sind wegen der Trockenheit nicht alle Arten wie gewünscht aufgelaufen. Die Liste reicht vom Acker-Rittersporn und dem Sandvergissmeinnicht über den Saatmohn bis zum einjährigen Knäuel und dem dreiteiligen Ehrenpreis.

Drei weitere Landwirte haben ferner Ackerblühstreifen auf zusammen 1,8 ha angelegt. Es handelt sich um niedrigwüchsige Pflanzen mit insgesamt 28 Arten, die ein gutes Futterangebot von Insekten für die Vögel bieten. Unter ihnen Schafgarbe, Wilde Malve, Wiesensalbei, Spitzwegerich und Rainfarn. Auch Brutmöglichkeiten sind in den Arealen gegeben.

Die Kompensationsmaßnahmen wurden von der Bayerischen KulturLandStiftung organisiert. Die Finanzierung der Entschädigungszahlung für die Ertragsverluste erfolgt vom Straßenbauamt aus den Ersparnissen, die ansonsten für den Flächenankauf anfallen würden. Fritz Arnold

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