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Ausbildung

Qualifikation als Teil des Erfolgs

Sabine Dähn-Siegel
am
12.12.2016

Iphofen - Bei einer Feier erhalten 13 Landwirte aus Unterfranken ihre Meisterbriefe.

Abschlussjahrgang

Es dürfte, nach langer, intensiver Zeit der Aus- und Fortbildung, ihr Fest des Jahres gewesen sein, an dem 13 Meisterbriefe parat lagen zur Übergabe an die erfolgreichen Absolventen des Prüfungsjahrganges 2016. Die jungen Erwachsenen waren die „Hauptdarsteller“ der 59. Meisterbriefübergabe der Landwirtschaft in Unterfranken, die heuer unter dem Motto „Landwirtschaft braucht Leidenschaft“ stand und mit Angehörigen, Freunden und vielen Gästen aus Politik, Verbänden in der Karl-Knauf-Halle in Iphofen (Lks. Kitzingen) gefeiert wurde.

Gabriele Sichler-Stadler, Leiterin des Bereichs Landwirtschaft am Fortbildungszentrum Triesdorf, das in Abstimmung mit den Landwirtschaftsschulen die Meisterprüfung organisiert und abhält, führte durch den Nachmittag. „Diese Urkunde zeichnet Sie aus und bescheinigt Ihnen eine hohe berufliche Qualifikation“, wandte sich Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer in seiner Begrüßung an die künftigen Betriebsleiter. Er hob hervor, dass die in der Landwirtschaft trotz anhaltend schwieriger Marktlage beim Berufsnachwuchs hoch im Kurs stehende berufliche Aus- und Fortbildung ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor sei, dass der Erfolg „des einzelnen Unternehmens wesentlich durch die Qualifikation des Betriebsleiters beeinflusst“ werde. „Wissen ist neben Arbeit, Boden und Kapital der vierte entscheidende Produktionsfaktor. (Aus-)Bildung und Wissen sind die bestimmenden Faktoren für eine erfolgreiche Zukunft.“ Für ihn stand außer Zweifel, dass die Landwirtschaft jungen Menschen gute Perspektiven bietet. Den jungen Meistern und Repräsentanten ihres Berufsstandes legte er ans Herz, sich ihrer Vorbildfunktion in ihren Dörfern und Gemeinden bewusst zu werden und sich einzubringen. Keine Frage, dass viele Herausforderungen und viel Arbeit auf den Höfen warten, „doch bei alledem sollten Sie sich auch Zeit für sich selbst und Ihre Familie nehmen, damit der Betrieb nicht zur Last wird, sondern der Beruf Freude bereitet“, schloss der Regierungspräsident.

Weder allzu fromm noch völlig ahnungslos von der Landwirtschaft – was möglicherweise im Vorfeld befürchtet wurde – präsentierte sich Stefan Mai in seiner Festansprache zum Thema „Landwirtschaft braucht Leidenschaft“. Humorvoll zog der Leiter der Pfarreiengemeinschaft St. Franziskus am Steigerwald stattdessen etliche Parallelen zwischen seinem Beruf und dem der jungen Meister. Drei Grundhaltungen und eine Tolsto-Erzählung zog der Pfarrer als Antwort auf die Frage heran, wie es hier wie dort ein erfüllender Beruf sein kann: Wichtig seien Leidenschaft und Begeisterung, die auch Schwierigkeiten sehen und meistern lässt. Bei allem „Brennen“ für die Sache müsse man die eigenen Grenzen erkennen und achten und immer wieder mal das eigene Tun hinterfragen, um nicht als leidenschaftlicher Mensch „einer zu werden, der anderen Leiden schafft“. Nach Überzeugung des Kirchenmannes braucht das Land neue Ideen, denn mit Arbeiten wie vor 50 Jahren komme niemand beruflich weiter. Aus dem Kreis der Jungmeister stellten die besten Absolventen Andreas Köhler (Retzstadt, Lks. Main-Spessart), Daniel Zink (Elfershausen) und Daniel Kiesel (Bad Kissingen-Reiterswiesen, beide aus dem Lks. Bad Kissingen), unterstützt von MdL Otto Hünnerkopf, den Gästen ihre zur Prüfung zählenden Arbeitsprojekte vor.

Barbara Kuhn, Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses, wünschte der frischgebackenen Kollegenschar, dass zur Leidenschaft für den Beruf noch „drei T kommen: Talent, Training und Taktik“ und die Unterstützung der Familie und des Partners.

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