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Pflanzenschutz

Robotertechnik statt Chemie?

DLG Feldtage Roboter
Externer Autor
am
14.01.2019

Pflanzenschutz ist ein Thema beim pflanzlichen Erzeugerring Mittelfranken.

Ansbach Über das Beratungs- und Dienstleistungsangebot des Erzeugerrings für landwirtschaftliche pflanzliche Qualitätsprodukte e. V. und der Saatgetreide-Erzeugervereinigung (SGV) Mittelfranken e. V. informierten Ringvorstand Ingo Treiber und Geschäftsführer Jürgen Reingruber bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung in der Rezathalle in Ansbach. Im Erzeugerring sind gut 5300 landwirtschaftliche Betriebe aus Mittelfranken organisiert.

Als Hauptaufgabe des Erzeugerrings bezeichneten sie die Information der Mitglieder zu allen Themen des Pflanzenbaus. Dies erfolgt schriftlich in Form des jährlichen Versuchsberichtshefts sowie über regelmäßige Rundschreiben, Beratungsfaxe und Emails. Knapp die Hälfte der Mitglieder lässt sich auch über das Beratungsfax beraten. Bei allen schriftlichen Informationen wird im Rahmen der Verbundberatung eng mit dem Fachzentrum Pflanzenbau vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach und seinem neutralen pflanzenbaulichen Versuchswesen zusammengearbeitet. Des Weiteren gibt es eine Beratungshotline für Mitglieder und kostenlose Felderbegehungen durch die Erzeugerring-Pflanzenbauberater. Auch die einzelbetriebliche Beratung vor Ort wird angeboten.

Eine Herausforderung für alle Landwirte ist die Umsetzung der neuen Düngeverordnung. Hilfestellung bietet der Erzeugerring mit seinem neuen Bodenportal www.boden-bayern.de. Dort können Landwirte kostenlos selbständig alle Berechnungen und Anforderungen der neuen Düngeverordnung erledigen wie Düngeplanung, Nährstoffbilanz oder Stoff-Strom-Bilanz.

Die Vermehrungsfläche in Mittelfranken ist laut Hans Hausmann vom Fachzentrum Pflanzenbau Ansbach seit Jahren relativ stabil bei ca. 1200 ha Saatgetreide. An der Spitze stehen Weizen, Wintergerste, Triticale und Sommergerste. Die Vermehrung von Rotklee und Luzerne nimmt zu, während Erbsen, Soja und Ackerbohnen kaum noch eine Rolle spielen. SGV-Vorsitzender Friedrich Bauer bemängelte die seit vielen Jahren unbefriedigende Erlössituation, während die Unkosten, vor allem für Basissaatgut und Zertifizierungen, immer weiter stiegen.

Mit einem brandaktuellen Thema, nämlich der „Zukunft der Ungras- und Unkrautbekämpfung zwischen Resistenzen, Hacke und Robotern“, beschäftigte sich Klaus Gehring von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Freising in seinem Referat. Im Zuge der Diskussion um den Wirkstoff Glyphosat werde der chemische Pflanzenschutz von der Gesellschaft momentan generell kritisch gesehen. Immer mehr stehe die Forderung nach einer umweltverträglichen und nachhaltigen Landbewirtschaftung im Mittelpunkt der Diskussionen.

Der Referent zeigte in seinem Vortrag verschiedene Möglichkeiten auf, wie bereits jetzt und in Zukunft die chemische Unkrautbekämpfung ganz oder teilweise ersetzt werden könnte. Beginnend mit den vielfältigen Möglichkeiten der mechanischen Unkrautbekämpfung, mit der etwa dank neuer Sensortechnik mittlerweile Unkraut nicht nur zwischen, sondern auch in der Reihe bekämpft werden könne. In näherer Zukunft könnte vor allem die Robotertechnik Einzug in die Landwirtschaft halten, glaubt Gehring. Unter dem Schlagwort „Landwirtschaft 4.0“ werde momentan viel geforscht und entwickelt in Richtung satellitengestützter Systeme bis hin zu autonomen Robotern zur Unkrautbekämpfung. Es werde sich in den nächsten Jahren zeigen, welche Entwicklungen sich bis zur Praxistauglichkeit durchsetzen und dann auch für die breite Landwirtschaft interessant werden.

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