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Unwetter

Schwere Schäden in Franken

Mittelfranken-Waldschadenm
Ottmar Braun
am
22.08.2019

Nach den Unwettern vom Sonntag gibt es erste Zahlen zu den Schäden in Land- und Forstwirtschaft.

Die schweren Gewitter am vergangenen Sonntagabend hinterließen in Unter- und Mittelfranken vor allem im nördlichen Landkreis Roth große Schäden an vielen Gebäuden und in der Land- und Forstwirtschaft. Eine Vielzahl von Dächern auf Wohnhäusern und Scheunen wurden abgedeckt. Die schwersten Schäden entstanden im Raum Alzenau in den Weinbergen, Wäldern und Maisfeldern sowie im Kreis Roth in den Wäldern und in den Hopfengärten des Spalter Hopfenanbaugebietes.

Alzenau - zerstörtes Maisfeld Unwetter 18082019

Die Forstfachleute rufen die privaten Waldbesitzer dazu auf, vorerst Ruhe zu bewahren und nicht überstürzt mit der Aufarbeitung zu beginnen. Die Arbeiten in den geschädigten Beständen sind extrem gefährlich. In Alzenau ist bereits ein Forstarbeiter bei den Aufräumarbeiten im Kahlgrund schwer verunglückt. Die Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) sind bei der Vermittlung von Forst-Profis und Harvestern behilflich. Ersten Schätzungen zufolge müssen 20 000 fm Schadholz aufgearbeitet werden, davon 9000 fm im Staatswald. Vor einem Einschlag wird den Waldbesitzern empfohlen, sich mit AELF und FBG in Verbindung zu setzen und rasch Anträge auf Kalamitätsnutzung zu stellen. Für betroffene Waldbesitzer bietet das AELF Roth einen Infoabend am 27. 8. um 20 Uhr im Amt an.

Mittelfranken-Hopfenschaden

Für die Anbauer im Spalter Hopfenanbaugebiet ist das Unwetter vom Sonntagabend das größte bisherige Schadensereignis. Mit rund 50 Hektar Schadensfläche sind rund 10 % der akuell 415 ha Hopfenfläche geschädigt. Die Schadensschwerpunkte liegen in Spalt, Georgensgmünd, Mosbach, Mäbenberg, Unter- und Obersteinbach. Das Unwetter hat die Holz- und sogar Betonstangen geknickt und umgebrochen. Stahlseile mit bis zu 8 t Zugkraft sind gerissen wie Bindfäden. Nach ersten Erhebungen liegen 31 ha komplett samt Hopfengerüst am Boden und weitere 19 ha sind mittel bis stark geschädigt. Die gesamte Schadenshöhe wird im Moment auf rund 1 Mio. € veranschlagt. Davon sind nach ersten Schätzung mindestens 400 000 € Ertragsausfall und 450 000 € Gerüstschäden. 1 ha Hopfengerüst kostet 15 000 bis 20 000 € für die Neuerrichtung. Die Hopfenbauern sind zwar gegen Hagel versichert, nicht aber gegen Sturmschäden. Daher ist die politische Forderung auch der Landwirtschaft, dass es sehr schnell eine steuerfreie Risikorücklage geben muss.

Schwer getroffen hat es auch die Winzer am Untermain. Mit rund 30 ha in einem Gebiet sind fast ein Drittel der dortigen Weinbauanlagen bis zum Totalausfall geschädigt.

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