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Netzausbau

Stromtrasse - Leitungsbau in der Umsetzung

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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
06.03.2019

Das umstrittene Projekt einer 380-kV-Stromtrasse von Altheim bei Landshut nach St. Peter in Oberösterreich befindet sich bereits in allen Abschnitten im Planfeststellungsverfahren.

Landshut Das vor allem in einer Reihe von Kommunen und bei den betroffenen Grundbesitzern umstrittene Projekt einer 380-kV-Stromtrasse von Altheim bei Landshut nach St. Peter in Oberösterreich befindet sich bereits in allen Abschnitten im Planfeststellungsverfahren. Deshalb finden schon verschiedene bauvorbereitende Maßnahmen statt. Darüber hat jetzt die deutsche Tochter des niederländischen Unternehmens Tennet informiert, die mit Planung und Bau der Trasse beauftragt ist.

Schon im Vorfeld zu den Planfeststellungsverfahren, die bei der Regierung von Niederbayern angesiedelt sind, haben bereits ausführliche Kartierungsarbeiten stattgefunden, „Dabei wurde besonderes Augenmerk darauf gerichtet, die Pflanzen- und Tierwelt entlang der geplanten Leitung zu erfassen und zu schützen“, erklärt Ina-Isabelle Haffke, die als Referentin für Bürgerbeiteiligung im Freistaat auch zwischen den Planern und den Gegnern der Leitung vermitteln soll. Seit Anfang März vertiefen die Umweltplaner diese Erhebungen. Die Kartierungsarbeiten würden je nach Vegetationszeit und Artenaktivität über das ganze Jahr 2019 hinweg stattfinden. Mit den Planungen wurde das Büro Laukuf beauftragt.

Ab sofort wird Wert
von Wäldern ermittelt

Parallel zu den Planfeststellungsverfahren beginnen auch die Wertermittlungen von Waldbeständen. Die Vorortbegehungen finden je nach Wetterverhältnissen seit Anfang März bis zum November 2019 statt. Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Waldwertermittlung, Anton Braumandl aus Passau, wird die Wertermittlung durchführen. „Für jeden Eigentümer wird ein individuelles Waldwertgutachten erstellt, auf dessen Grundlage wir eine Entschädigung berechnen können“, so Haffke.
Braumandl, der als Forstexperte einen sehr guten Ruf genießt. kann vor allem Befürchtungen dämpfen, dass der Wald nach aktuellem Zustand bewertet werden soll: „Es gilt natürlich der Zustand bei der Aufnahme in die Planungen im Jahr 2017 und damit vor den großen Sturmschäden und dem massiven Käferbefall – hier wird es sehr fair zugehen“, so Braumandl zum Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

Zutritt kann nicht verwehrt werden

Im Zuge von Anpassungen an der Trassenachse und Arbeiten an Prüfaufträgen als Ergebnis der vor wenigen Wochen durchgeführten Erörterungstermine kann es, so Haffke, auch zu Vermessungsabreiten kommen. Das Unternehmen SPIE SAG mit Sitz in Ergolding bei Landshut sei für diese Vermessungsarbeiten zuständig.
Für die bauvorbereitenden Maßnahmen ist es erforderlich, dass die Beauftragten Grundstücke betreten sowie wald- und landwirtschaftliche Wege befahren. Dabei können Grundstückseigentümer diesen Zutritt nicht verwehren.

Flurschäden sind nach Ansicht von Ina-Isabell Haffke voraussichtlich bei den oben genannten Arbeiten nicht zu erwarten. Für Fragen oder eventuelle Schadensmeldungen steht die Tennet-Beauftragte aber zur Verfügung unter der Telefonnummer 092150740-4070.

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