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Öffentlichkeit

Tag der offenen Tür - Ansturm aufs Knoblauchsland

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Fritz Arnold
am
14.05.2018

Beim Tag der offenen Tür findet auch eine Demonstration „Stoppt die SEM Marienberg“ statt.

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Tausende von Besuchern nicht nur aus dem Großraum Nürnberg/Erlangen strömten bei herrlichem Sonnenschein ins Knoblauchsland, um beim 26. Tag der offenen Tür in den Gemüsebaubetrieben hinter die Kulissen zu schauen. Trotz eines nicht leichten Umfeldes ist doch die Grundstimmung der Bauern positiv, stellte Kreisobmann Peter Höfler fest. Denn das Knoblauchsland habe es geschafft, sich als Marke zu etablieren und das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen, „die unser Gemüse schätzen und auch bereit sind, angemessene Preise zu zahlen“.

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Doch es kamen auch ganz aktuelle Sorgen zur Sprache und es gab sogar zum ersten Mal eine Art Demonstration. „Stoppt die SEM Marienberg“ hieß es auf einem Plakat. Ein überparteiliches Bündnis machte Front gegen eine vom Stadtrat beschlossene „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM)“. Sie wendet sich entschieden dagegen, dass neben München und Erlangen auch Nürnberg das schärfste Schwert des Baurechts, die Enteignung, anwenden möchte, um geplante Baugebiete durchsetzen zu können.

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Dies hat „uns extrem überrascht und auch verärgert“, sagte Kreisobmann Peter Höfler. Er sieht darin eine Drohkulisse für Menschen, die über Generationen denken und handeln. Die sich verschärfende Flächenkonkurrenz mit anderen Nutzungen ist den Gemüsebauern und Landwirten bewusst, sagte Höfler. Sie beharrten jedoch auf ihrem Recht, die Existenz der Betriebe zu sichern und weiter zu entwickeln. Sie erwarten Lösungsansätze, die verschiedene Ansprüche gleichberechtigt gegeneinander abwägen.

Beruhigend versuchte Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung als Schirmherr einzuwirken, indem er feststellte, dass im Fürther Stadtrat keine SEM zur Debatte stand. Er sei kein Freund von Planungseuphorie und verwies darauf, dass die Durchschneidung des Knoblauchslandes durch die Bahn abgewehrt werden konnte. Jung, der vom „Tag der Artenvielfalt“ kam, bescheinigte den Gemüsebauern, wieviel sie für den Artenerhalt tun und dass es hier Wachteln genauso wie Fasane und Kiebitze gebe.

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Johannes Höfler als Vorsitzender des Gemüseerzeugerverbandes informierte, dass wegen der Spätfroste im März die Freilandsaison mit Salat erst Mitte April begonnen habe und verwies auf die aktuelle Trockenheit, die wieder einmal zeige, wie wichtig der Wasserverband mit seinen Bewässerungsmöglichkeiten ist.
In der als Festhalle dienenden Halle des Beier-Jungpflanzen-Betriebes informierten Norbert Beier und seine Frau Anja die Besucher über den Betriebsablauf. Hier werden im Jahr 130 Mio. Pflanzen nahezu aller Gemüsearten herangezogen. Schwerpunkt ist die Versorgung der Anbauer im Knoblauchsland. In jüngerer Zeit gehen die Pflänzlinge aber auch immer mehr nach Niederbayern. Schon vor Weihnachten müssen die Kunden bei der Bestellung angeben, zu welchem Datum wie viele Pflanzen benötigt werden. Norbert Beier ging auf den von politischer Seite geforderten Verzicht auf die Verwendung von Torf ein. Europaweit gebe es bisher bei der Anzucht von Salatpflanzen keine Alternative zu Torf. Die Suche sei aber in vollem Gange.
Verschiedene Verbände und Organisationen nutzten die Gelegenheit, um Informationen unter die Leute zu bringen. Besonders gefragt war die „PflanzendoktorIn“ am Stand des Gemüseerzeugerrings. Hier gab es Antworten auf Fragen zu Blattkrankheiten, wie Schädlinge bekämpft werden können und wie man mit dem Unkraut fertig wird. Das Team der Landfrauen um Kreisbäuerin Doris Greul-Leuzmann bot Gurkensalat mit Fetakäse und auch dazugehörende Rezepte an.
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Während in Gewächshäusern die hochrankenden Tomaten, Gurken und Paprikapflanzen bestaunt werden konnten, gab es im Freigelände Pflanzmaschinen und Pflegegeräte zu sehen. Ein großer Anziehungspunkt war das Spargelstechen für Jedermann bei Martin Schindler.

Um alle 13 Stationen in den Orten Braunsbach, Poppenreuth, Ronhof und Sack schaffen zu können, waren Busse und Pferdkutschen mit geduldigen Kaltblutpferden unterwegs. Viele nutzten auch das Fahrrad, um beweglich zu sein. Dazwischen gab es reichlich Gelegenheit, sich in vielen Höfen zu Speis und Trank niederzulassen oder sich mit Gemüse, Blumen oder Pflanzen einzudecken.
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