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BBV-Bezirkswahlen

Vertrauensbeweis für Günther Felßner

Jürgen Leykamm
am
10.04.2017

Schernberg/Lks. Ansbach - Als BBV-Vize-Präsident in Mittelfranken kehrt Ernst Kettemann zurück.

Günther Felßner

Als BBV-Präsident in Mittelfranken stand Günther Felßner bisher an der Spitze und daran hat sich nach dem Urnengang im Rahmen der BBV-Bezirksvorstandswahl auch nichts geändert – nur eine ungültige Stimme trübte das einhellige Votum. Das darf durchaus als Vertrauensbeweis wie auch als vorbehaltlose Rückenstärkung für den 50-Agraringenieur aus Günthersbühl gelten, gegen den derzeit nach einer anonymen Anzeige ein Ermittlungsverfahren im Gange ist.
Den Vizeposten hatte bislang Robert Ort inne, Kreisobmann für Erlangen-Höchstadt. Bei der Wahl zog er gegen seinen Ansbacher Amtskollegen Ernst Kettemann aus Hinterbreitenthann (Stadt Feuchtwangen) den Kürzeren, der vor ihm bereits über eine Wahlperiode als stellvertretender Präsident tätig war und dieses Amt die nächsten fünf Jahre nun erneut übernimmt. Eine Änderung gab es auch beim Sprecher für die Nebenerwerbslandwirte, der bislang Karlheinz Fries (Abenberg) hieß. An seine Stelle tritt nun Gerhard Steinbauer aus Nehdorf (Weidenbach). Insgesamt galt es ein 28-köpfiges Führungsteam zu wählen, das sich zu etwa einem Drittel verjüngt hat. Der Bezirksverband Mittelfranken ist mit seinen knapp 21 600 Mitgliedern der zweitgrößte im gesamten Freistaat, wie Bezirksdirektor Rudolf Fähnlein beim Pressegespräch nach der Wahl betonte.
Bei dem Gespräch blickte Felßner auf eine aufregende 15. Wahlperiode zurück. Denn 2012 habe man gar nicht gewusst „was der Landwirt zuerst tun soll“: Sowohl als Lebensmittel- wie auch als Energieerzeuger war er damals hoch im Kurs. Bis heute habe sich das mediale Interesse erhalten, leider allerdings mittlerweile immer mehr unter negativen Vorzeichen. „Unsere Bauern geraten unter Druck“, so der alte und neue Bezirkspräsident. Und dies oft zu Unrecht. Öffentlichkeitsarbeit heißt für ihn und sein Team deswegen auch das Gebot der Stunde. „Wir müssen über das Gute, das wir tun, auch reden!“ Und dabei ruhig auf Emotionen setzen, die in der jetzigen Zeit wohl mehr zählten als Fakten. Dessen ungeachtet wolle man aber die sachliche und fachliche Basis der Argumentation nicht verlassen, betonte Felßner zugleich.
Aufklärungsarbeit gebe es etwa bezüglich der Nitratbelastung zu leisten. Im vergangenen Jahr sei mit dem Startschuss der Imagekampagne „Unsere Bayerischen Bayern“ schon ein wichtiger Schritt getan worden. Trends wie jenen zur veganen Ernährung sieht der Mann an der Verbandsspitze gelassen. Kunden der Bauern seien letztlich alle. „Wer kein Rindfleisch isst, der isst Salat.“ Andere Verbraucherwünsche hingegen „befremden uns“. Wenn es etwa dafür Applaus gebe, dass die Bauern hierzulande immer mehr auf Soja-Importe zur Fütterung verzichten, der Verbraucher dann aber im Gegenzug verstärkt mit aus Soja gewonnenem Tofu zur Abholzung des Regenwaldes beitrage.
Schon bedrohliche Ausmaße nehme der Umgang mit den heimischen Agrarflächen an. Werde eine von ihnen für Baumaßnahmen geopfert, folge ihr eine andere als Ausgleich nach. Felßner: „Hier verliert die Landwirtschaft gleich doppelt!“ Man müsse stattdessen auf „produktionsintegrierte Maßnahmen“ setzen. Diesbezüglich „werden wir stärker auf die Landräte zugehen“, kündigte er an. In Sachen GAP gelte es etwa dafür zu streiten, dass die Gelder der zweiten Säule der Landwirtschaft erhalten bleiben.

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