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Versuchsprojekt

Wildschweine machen Grünlandoptimierung zunichte

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaflichen Wochenblatt erschienen.

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Goegelein
Manuel Gögelein betreut das LKP-Grünlandprojekt in Franken und der nördlichen Oberpfalz. © Stephan Herbert Fuchs
von , am
14.06.2017

Rehau - Wie lassen sich zusätzliche Potenziale am Grünland nutzen? Auf diese Frage Antworten zu finden, ist das Ziel des Verbundberatungsprojektes Grünland Bayern, das zur bayerischen Eiweißinitiative gehört. Auf dem Betrieb der Ulonska-Martin GbR im oberfränkischen Wurlitz, einem Ortsteil von Rehau im Landkreis Hof, stellte LKP-Grünlandberater Manuel Gögelein das Projekt vor, an dem rund 60 Betriebe im Freistaat teilnehmen.

Martin
Günther Martin ist an den Wildschweinen gescheitert. © Stephan Herbert Fuchs

Haupterwerbszweig von Günther Martin ist die Milch. 80 bis 85 Milchkühe hält er in dem Stall am Ortsrand. „Die Futterversorgung ist das A und O“, sagt Martin. Deshalb habe er aus seinem Dauergrünland „mehr rausholen“ wollen. Leichter gesagt als getan. Auf einer Versuchsfläche an einem Nordhang in Sichtweite des neuen Stalles hatte sich nämlich nach den Anfangserfolgen schnell ein ganz anderes Problem herausgestellt: die Wildschweine.

Nach zwei Schnitten Mitte Mai und Mitte Juni und einem Zwischenschnitt Ende August wurde zunächst Glyphosat eingesetzt. Die eigentliche Grünlanderneuerung wurde dann Anfang September umgesetzt. Nach zwei Überfahrten mit der Scheibenegge wurden zwei Mal 18 Kilogramm Saatgut ausgebracht. Alles sah gut aus, bis dann im Winter die Wildschweine kamen.

„Es war ein Schock, wir waren deprimiert“, erinnert sich Manuel Gögelein, der das Projekt von Mittelfranken aus in ganz Franken und der nördlichen Oberpfalz betreut. Die Wildschweine hatten richtig zugeschlagen, da war nichts mehr zu machen. Erst um Ostern herum habe man die Lücken wieder einigermaßen schließen können.

Eine Besonderheit des schattigen Standortes sind die extremen Vorkommen der Lägerrispe und auch der Gemeinen Rispe. „Die Lägerrispe kriegen wir nicht gestriegelt“, sagt Manuel Gögelein. Denn dieses Rispengras wurzelt ziemlich tief und sitzt deutlich fester als die Gemeine Rispe.

Bei der Grünlandbegehung wurde noch eine zweite Fläche des Betriebes von Michael Schmidt in Hof-Leimitz begutachtet. Ausgangsbasis sei dort ein von der gemeinen Rispe geprägter Bestand gewesen, sagte Manuel Gögelein. Der Rispenfilz sei mit dem Kultivator gelöst worden, ehe man mit einer dem Standort optimal angepassten Mischung nachsähen konnte.

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