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Marktlage

Zuckerrüben - Viel Licht, aber auch Schatten

VFZ-Heimbach-Anselstetter
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
17.07.2018

Besonders in Franken wird das Rübenjahr 2017 als ein historisches in Erinnerung bleiben.

VFZ-Ziegler-Streng

Rekordernte, erstes Jahr ohne Zuckermarktordnung, schlechte Rübenpreise und ein Großbrand im Rübenhof – das Jahr 2017 wird besonders in Franken als ein historisches Rübenjahr in Erinnerung bleiben.

Zwar fuhren 2017 fast alle Regionen Spitzenerträge ein, Franken aber glänzte deutschlandweit an der Spitze, wie Dr. Klaus Ziegler, Geschäftsführer des Verbandes fränkischer Zuckerrübenbauer, bei der Generalversammlung in Veitshöchheim betonte. 2017 fuhren Frankens Rübenbauern einen durchschnittlichen Rübenertrag von 93,3 t/ha ein und erzielten einen bisher noch nie erreichten gewachsenen Zuckerertrag von 17,1 t/ha.

Doch bei aller Freude über die außergewöhnliche Ernte trüben die schlechten Rübenpreise die Stimmung der Anbauer erheblich. Und so war Klaus Ziegler sichtlich bemüht, Zuversicht zu verbreiten: Zum einen seien die Rübenpreise mithilfe der Rohstoffsicherungsprämie (4,15 €/t bei 16 % BZG) auf ein auskömmliches Niveau angehoben worden und zum anderen werden die Preise seiner Meinung nach ganz sicher wieder das „Tal der Tränen“ verlassen.
Deutlich erfreulicher sei der Blick auf die Produktionstage: „Mit 137 Tagen wurde die geplante Auslastung des Ochsenfurter Werkes von 120 Tagen weit übertroffen“, fuhr Ziegler fort. Nach dem Großbrand am 17. Juni im Ochsenfurter Werk konnte man nicht mit einer so erfolgreichen Kampagne rechnen. Darum bedankte er sich bei der gesamten Belegschaft des Werkes für die hervorragende Arbeit. Bis zum Kampagnestart hatten sie gemeinsam mit Fremdfirmen die Anlage provisorisch wiederhergestellt und die 136 Verarbeitungstage gut gemeistert. Auch die kommende Kampagne soll mit diesem Provisorium bestritten werden, danach ist eine grundlegende Sanierung des Rübenhofes geplant.
Seinen ganz besonderen Dank sprach Ziegler auch zwei langjährigen Mitarbeitern aus, die in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurden. Gemeinsam haben sie sich über 67 Jahre für die Rübe eingesetzt: Maria Heimbach wurde nach über 25 Jahren in der Geschäftsstelle des Verbandes in den Ruhestand verabschiedet. Für ihre hervorragende und verlässliche Arbeit wurde sie bereits 2014 mit der „Goldenen Zuckerrübe“ ausgezeichnet. Ihre Nachfolgerin ist Theresia Buchholz aus Gaukönigshofen.
Nach über 42 Jahren beim Verband und der ARGE Franken wurde auch Versuchstechniker Manfred Anselstetter verabschiedet. „Seinen Job füllte er mit Leib und Seele zum Wohle des fränkischen Zuckerrübenanbaus aus“, sagte Ziegler in seiner Laudatio. Seine Fachkenntnisse durch die vielen Versuche und Bonituren, die jedes Jahr durch seine Hände liefen, wurde er schnell zum gesuchten Rübenfachmann. Durch seine Schule gingen im Laufe der Jahre auch viele Schüler und Studenten, die er fachlich und menschlich geprägt und gut für das berufliche Leben vorbereitet hat, wie Ziegler zusammenfasste. Anselstetters Nachfolge tritt Christoph Ott aus Unterickelsheim an. Er wurde sorgfältig eingearbeitet, bereits seit April 2017 verstärkt Ott das Frankenrüben-Team. Bleibt zu hoffen, dass er bei den Franken-Rüben noch viele Jahre mit guten Rübenernten – aber keines mehr mit historisch schlechten Preisen – erlebt.
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