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Vorführung

Zwischenfrüchte - Trockenheit setzt Demo-Flächen zu

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Jürgen Eisen
am
05.12.2018

Felderführung im Landkreis Ansbach zum Thema Zwischenfrüchte

Bechhofen/Lks. Ansbach Die Trockenheit 2018, die den landwirtschaftlichen Kulturen im Landkreis insgesamt in unterschiedlicher Intensität zusetzte, machte auch vor den Demonstrationsflächen zum Zwischenfruchtanbau nicht halt. Für die angesetzten Felderführungen eignete sich letztendlich nur noch eine Fläche der Familie Rammler in Bechhofen, auf der die Wirkung und Zusammensetzung verschiedener Mischungen vor einer stattlichen Anzahl von Landwirten von Friedrich Beißer und Wasserberater Matthias Rummer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erläutert und diskutiert werden konnten.

Die wenigen Niederschläge 2018 ergossen sich zudem in einigen Stark-regenereignissen, die mancherorts zu erheblichen Abschwemmungen in den Feldern führten. Solche Extremereignisse können auch ackerbaulich nicht verhindert werden, waren sich alle einig, unterstrichen aber die These, dass Erosionsschutz eine wichtige und kostensparende Aufgabe eines jeden Betriebes sein müsse. Bewuchs auf der Fläche könne der Kraft des Wassers etwa die Hälfte nehmen.
Die Umsetzung der Düngeverordnung, die aufgrund unterschiedlicher Grundwasserzustände ab 2019 in einigen Teilen unterschiedliche Auflagen nach sich ziehen könne, bot ebenso Diskussionsstoff wie die Stoffstrombilanzen, für die es noch heuer ein entsprechendes Berechnungsprogramm geben soll, so Beißer in seinen Ausführungen. Er riet den Betrieben, sich zeitnah zu informieren, inwieweit jeder Betrieb von den Vorgaben betroffen ist. Die Düngeverordnung müsse ernst genommen werden, um weitere Verschärfungen zu verhindern.
Christian und Stefan Rammler, die den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern übernommen haben, erläuterten im Anschluss daran, was sie auf den Ackerflächen gemacht haben. Nach der Triticaleernte wurden die Stoppeln mit der Scheibenegge und dem Grubber bearbeitet. Danach wurden Mitte August mit der Drillmaschine ohne weitere Düngung die verschiedenen Zwischenfruchtmischungen gesät. Diese liefen aufgrund der Trockenheit eher mäßig auf, was leider auch für das Ausfallgetreide galt. Als Erfahrung stellten die Landwirte fest, dass eine schnelle und flache Bodenbearbeitung nach der Ernte der Vorfrucht wegen der Störung des Kapillarflusses Wasser spare. Gleiches gelte für einen hohen Humusgehalt, der die Wasserspeicherfähigkeit verbessere. Erkenntnisse, die gerade 2018 eine große Bedeutung hatten.
Vorteile bieten Zwischenfrüchte gerade bei der Lockerung, Stabilisierung und Wasseraufnahmefähigkeit der Böden, erläuterten die Berater. Darüber hinaus lockern sie die Fruchtfolgen, können Nährstoffe aufnehmen und dienen gerade im Herbst als Nahrung für verschiedenste Insekten sowie als Äsungs- und Schutzflächen für Niederwild und Vögel. Schließlich können sie auch dazu beitragen, Auflagen in Sachen ökologischer Vorrangflächen im Rahmen des Greenings, die die Landwirte zur Erlangung der Ausgleichszahlungen benötigen, zu erfüllen.
Die Aktivität von Regenwürmern als Bodenlockerer hängt von der Verfügbarkeit an Nahrung für diese Lebewesen ab. Die Zwischenfrüchte sollen über den Winter stehen bleiben und abfrieren, sodass im Frühjahr ohne Einsatz des Pfluges in den Mulch Mais eingesät werden kann, so der Hinweis der Experten.
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